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Mehr als 200 Festnahmen nach Bankenskandal in China
In China hat die Polizei vor dem Hintergrund eines der größten Bankenskandale des Landes mehr als 200 Verdächtige festgenommen. Nach Angaben der Polizei der Stadt Xuchang in der zentralchinesischen Provinz Henan vom Montag wurden 234 Menschen festgenommen, es gebe "bedeutende Fortschritte" bei der Wiederbeschaffung des gestohlenen Geldes. Vier Banken in der Provinz Henan hatten monatelang private Bankkonten eingefroren. Laut der regionalen Bankenaufsichtsbehörde waren die Guthaben für "illegale und kriminelle Aktivitäten" genutzt worden.
Tausende Kunden standen infolge der Kontosperren ab April plötzlich ohne Geld da. Danach kam es wiederholt zu Protesten. Solche Demonstrationen sind in China insgesamt sehr selten.
Im Juli protestierten dann hunderte Menschen vor der Filiale der Volksbank in Henans Provinzhauptstadt Zhengzhou gegen das Einfrieren der Konten. Die Sicherheitskräfte gingen rabiat gegen die Demonstranten vor. Sicherheitsbeamte in Zivilkleidung prügelten auf Protestierende ein, einige wurden in Polizeibusse geschoben, wie aus von der Nachrichtenagentur AFP gesammelten Augenzeugenberichten sowie auf ihre Echtheit verifizierten Bildern in den Onlinenetzwerken hervorgeht.
Die Polizei in Xuchang erklärte in ihrer Mitteilung vom Montag, eine "kriminelle Bande" werde verdächtigt, eine Reihe "ernsthafter Verbrechen" begangen zu haben. Die regionale Bankenaufsicht für Henan gab bekannt, ab dieser Woche sollten Menschen mit Bankguthaben zwischen 400.000 und 500.000 Yuan (rund 58.000 bis 72.000 Euro) ihr Geld zurückbekommen. Menschen mit geringeren Gutachten hatten nach Behördenangaben bereits in vergangenen Monaten wieder Zugriff auf ihre Konten erhalten.
Der Bankenskandal hat nach Angaben von Experten das öffentliche Vertrauen in das chinesische Finanzsystem erschüttert. Die darin verwickelten Banken sollen jahrzehntelang illegalen Geschäftspraktiken nachgegangen sein. Chinas Bankensektor leidet zudem vor allem in ländlichen Regionen stark unter den politischen Versuchen der Regierung in Peking, gegen eine Immobilienblase und zunehmende Verschuldung vorzugehen.
H.Romero--AT