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Palästinensischer Angreifer tötet israelischen Soldaten im Westjordanland
Im Westjordanland hat ein Palästinenser nach Armeeangaben einen israelischen Soldaten getötet. Der 22-jährige Soldat sei am Donnerstag während der Kontrolle eines "verdächtigen Fahrzeugs" nahe der Siedlung Kedumim getötet worden, erklärte die Armee. Der Angreifer sei verfolgt und später von israelischen Einsatzkräften "neutralisiert" worden. Von palästinensischer Seite wurden zunächst keine Angaben zum Zustand des Angreifers gemacht. Die Essedin-al-Kassam-Brigaden, der bewaffnete Arm der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas, bekannten sich zur Tötung des Soldaten.
Während der Untersuchung des Fahrzeugs habe ein "Angreifer aus dem Wageninneren" das Feuer auf die Soldaten eröffnet, hieß es von der israelischen Armee zu dem Vorfall. Palästinensischen Angaben zufolge nahmen israelische Kräfte später den Bruder und Vater des Angreifers in deren Heimatort im Westjordanland fest. Der Soldat ist das zweite Todesopfer auf Seiten der israelischen Armee binnen einer Woche.
In den vergangenen Tagen war die Gewalt zwischen Israel und militanten Palästinensern erneut eskaliert. Ab Montag war die Armee mit hunderten Soldaten, Drohnen und Bulldozern gegen militante Palästinenser in Dschenin im Westjordanland und dem dortigen Flüchtlingslager vorgegangen. Mindestens zwölf Palästinenser und ein israelischer Soldat wurden während des zweitägigen Einsatzes getötet.
Allein seit Jahresbeginn wurden laut einer AFP-Zählung auf der Basis offizieller Quellen mindestens 190 Palästinenser getötet, darunter neben militanten Kämpfern auch Zivilisten. Im gleichen Zeitraum wurden 27 Israelis, ein Ukrainer und ein Italiener getötet.
In ihrem Bekennerschreiben bezeichneten die Essedin-al-Kassam-Brigaden die Tötung des Soldaten bei Kedumim als "heldenhafte Tat" und "schnelle Antwort auf die Aggressionen der Besatzung und ihre Aggression gegen unser Volk im Lager Dschenin".
Israel hält das Westjordanland seit dem Sechs-Tage-Krieg im Jahr 1967 besetzt. In dem Gebiet leben, mit Ausnahme Ost-Jerusalems, rund 490.000 Israelis in Siedlungen, die von der UNO als völkerrechtswidrig eingestuft werden.
H.Thompson--AT