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Schönheitssalons in Afghanistan müssen nach Anordnung der Taliban schließen
In Afghanistan müssen tausende Schönheitssalons auf Anordnung der radikalislamischen Taliban-Regierung innerhalb eines Monats schließen. Den Geschäften werde Zeit eingeräumt, damit Lagerbestände ohne Verluste aufgebraucht werden könnten, sagte der Sprecher des Ministeriums für die Förderung der Tugend und die Verhütung des Lasters auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag. Gründe für die Schließung nannte er allerdings nicht.
Von Frauen geführte Schönheitssalons waren während des 20-jährigen Einsatzes der US-Streitkräfte in Kabul und anderen afghanischen Städten an vielen Ecken entstanden. Sie stellten für Frauen nicht nur eine Möglichkeit zum Geldverdienen dar, sondern waren auch ein geschützter Raum, um sich zu treffen und auszutauschen. Für viele afghanische Haushalte waren die Salons die einzige Einnahmequelle.
"Hier gab es keinen Streit und keinen Lärm", sagte eine Salon-Mitarbeiterin, die Neelab genannt werden möchte. "An diesem Ort fühlen wir uns wohl." Die Besitzerin eines Schönheitssalons erzählte, sie habe 25 Frauen eingestellt, die Alleinverdienerinnen für ihre Familien waren. "Sie sind alle am Boden zerstört (...) was sollen sie tun", sagte sie.
Seit ihrer Machtübernahme im Oktober 2021 schließen die Taliban in Afghanistan Mädchen und Frauen immer mehr vom öffentlichen Leben aus. Ihnen wird der Zugang zu Schulen und Universitäten verwehrt, sie dürfen keine Parks, Jahrmärkte und Fitnessstudios besuchen, zudem sind sie gezwungen, sich in der Öffentlichkeit zu verhüllen.
Auch die meisten Mitarbeiterinnen der Vereinten Nationen und von Nichtregierungsorganisationen dürfen ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen. Tausenden Frauen, die für die Regierung arbeiteten, wurde gekündigt oder sie werden nun dafür bezahlt, zu Hause zu bleiben.
Einem Bericht des UN-Menschenrechtsrats zufolge ist die Lage von Frauen und Mädchen in Afghanistan unter den schlechtesten weltweit. Die "schwerwiegende, systematische und institutionalisierte Diskriminierung von Frauen und Mädchen" sei das Kernstück der Ideologie und der Herrschaft der Taliban, heißt es darin.
Die stellvertretende UN-Menschenrechtskommissarin Nada Al-Nashif sagte: "In den vergangenen 22 Monaten wurde jeder Bereich im Leben von Frauen und Mädchen eingeschränkt. Sie werden in jeder Hinsicht diskriminiert."
W.Moreno--AT