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US-Prozess gegen mexikanischen Ex-Minister wegen Drogenhandels begonnen
Er führte eigentlich Mexikos Anti-Drogen-Kampf an - soll aber selbst beim Kokainschmuggel eifrig mitgemischt haben: In New York hat am Dienstag ein Prozess gegen den früheren mexikanischen Sicherheitsminister Genaro García Luna begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 54-Jährigen vor, dem berüchtigten Sinaloa-Kartell geholfen zu haben, Kokain in die USA zu schmuggeln. Er soll dafür Millionen von Dollar an Bestechungsgeldern erhalten haben.
García Luna ist der ranghöchste frühere mexikanische Regierungsvertreter, der sich in den USA wegen Drogenvorwürfen vor Gericht verantworten muss. Er war unter Präsident Felipe Calderón von 2006 bis 2012 mexikanischer Minister für öffentliche Sicherheit - in einer Zeit, in der Mexiko einen harten Kurs gegen die Drogenbanden einschlug. Von 2001 bis 2005 hatte der gelernte Maschinenbauingenieur die inzwischen aufgelöste Bundespolizeibehörde AFI geleitet.
Laut der New Yorker Bundesstaatsanwaltschaft half er dem lange Zeit vom Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán geführten Sinaloa-Kartell von 2001 an, tonnenweise Drogen in die USA zu schmuggeln. Den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zufolge gab García Luna den Drogenhändlern Hinweise auf Einsätze der Strafverfolgungsbehörden, ließ Mitglieder rivalisierender Kartelle verhaften und verhalf anderen korrupten Beamten zu einflussreichen Posten.
Ein ehemaliges Mitglied des Sinaloa-Kartells sagte im New Yorker Prozess gegen Guzmán aus, er habe García Luna zwischen 2005 und 2007 in einem Restaurant Koffer mit insgesamt mindestens sechs Millionen Dollar (5,5 Millionen Euro) in bar übergeben.
Der frühere Minister, der 2018 die US-Staatsbürgerschaft beantragt hatte, wurde im Dezember 2019 im US-Bundesstaat Texas festgenommen. Er hat in allen fünf Anklagepunkten auf nicht schuldig plädiert. Bei einer Verurteilung droht ihm eine Haftstrafe zwischen zehn Jahren und lebenslänglich. Der Prozess gegen García Luna vor einem Bundesgericht im New Yorker Stadtteil Brooklyn begann am Dienstag mit der Auswahl der Geschworenen.
"El Chapo" Guzmán selbst war 2019 in New York zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er verbüßt seine Haftstrafe in einem Hochsicherheitsgefängnis im US-Bundesstaat Colorado.
T.Sanchez--AT