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Matthias Reim hat aus seiner Millionenpleite gelernt
Der Musiker Matthias Reim, 65, hat aus seiner Millionenpleite gelernt. Er könne mit viel Geld "wunderbar leben, aber auch nahezu ohne", sagte der 65-Jährige dem "Spiegel" laut Vorabmeldung vom Sonntag. "Das habe ich gemerkt, als ich insolvent war." Wenn heute jemand mit ihm Geschäfte machen wolle, frage er seinen Bruder um Rat, der als Banker arbeite. Zuletzt habe er ein Angebot gehabt, in eine Solarenergie-Farm zu investieren - "mein Bruder hat gesagt: Du hast davon keine Ahnung, Finger weg", sagte Reim.
In den Neunzigerjahren war Reim mit Schlagern wie "Verdammt, ich lieb' dich" Multimillionär geworden. Durch Investitionen in Ost-Immobilien und dubiose Firmen verschuldete er sich in Höhe von 26 Millionen Mark (über 13 Millionen Euro). Die Geschäfte hatte sein damaliger Manager getätigt.
Seinen Publikumserfolg trotz der Pleite erklärt Reim sich so: "Die Leute glauben mir, weil sie meine Geschichte kennen. Ich habe einen unfassbaren Sympathiebonus." Er komme bei den Leuten gut an - "gerade, weil ich so viel Scheiße gefressen habe und so dumm war".
Reim, der heute schuldenfrei ist, sagte dem Magazin: "Weil ich krankhaft harmoniesüchtig bin, habe ich es nicht geschafft, den Gierigen in meinem Umfeld ein Nein ins Gesicht zu donnern." Neinsagen sei "eine große Qualität", sagte Reim. Aber er sei noch immer nicht gut darin. "Vor allem nicht gegenüber meinen Kindern. Ich bin ein unfassbar liebevoller Vater, aber pädagogisch so was von nicht wertvoll. Wenn ich dem einen zum 18. Geburtstag ein Auto schenke, muss ich dem nächsten auch eines kaufen."
Eine seiner Ex-Frauen habe immer mit ihm geschimpft, weil er die Kinder so verwöhne, berichtete der Sänger. "Sie meinte, die sollten lernen, dass man für Geld arbeiten muss und nicht alles geschenkt kriegt. Ich sage: Mein Gott, wenn ich mal nicht mehr bin, müssen sie es eh lernen."
In der kommenden Woche erscheint Reims neue Single, danach sein Live-Album, im September will er zum Abschluss seiner Tour vor 15.000 Zuschauern in der Berliner Wuhlheide auftreten.
H.Gonzales--AT