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Macrons Besuch in Damaskus von zwei Attentaten mit 18 Verletzten überschattet
Während des Besuchs von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in Syrien sind in unmittelbarer Nähe seines Hotels zwei Bombenanschläge verübt worden. Dem syrischen Innenministerium zufolge wurden 18 Menschen verletzt, als am Dienstagmorgen die Sprengsätze in einem Papierkorb und einem Fahrzeug in der Hauptstadt Damaskus explodierten. Macron war zu dem Zeitpunkt aber schon zu seinem Treffen mit Interimspräsident Ahmed al-Scharaa aufgebrochen. Aus Kreisen des syrischen Außenministeriums hieß es gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, Syrien werde sich durch "terroristische Handlungen" nicht abschrecken lassen.
Das syrische Innenministerium sprach von "selbstgebauten" Sprengsätzen. Zu den Verletzten zählten demnach auch vier Polizeibeamte. Auf dem Pflaster waren Blutspuren und Metallsplitter zu sehen. Mehrere Fenster des gegenüberliegenden Tourismusministeriums wurden bei den Anschlägen zerstört.
Seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Baschar al-Assad im Dezember 2024 hat es in Damaskus mehrere Anschläge gegeben. Erst am vergangenen Donnerstag waren bei einem Bombenanschlag in einem Café in der Innenstadt zehn Menschen getötet und 21 weitere verletzt worden.
Macron war am Montagabend in Damaskus eingetroffen. Er ist der erste westeuropäische Staatschef, der Syrien seit dem Sturz Assads besucht. Im Mai 2025 war Macron bereits der erste westliche Staatenlenker gewesen, der den syrischen Präsidenten al-Scharaa zu einem Besuch empfangen hatte.
Am Dienstag eröffneten Macron und al-Scharaa gemeinsam ein Wirtschaftsforum "zum Aufbau Syriens und von strategischen Korridoren". Der syrische Präsident sagte dabei, er wünsche sich Frankreich als "ersten Partner" seines Landes, zu einem Zeitpunkt, an dem Syrien nach der Blockade der Straße von Hormus seine Rolle als unverzichtbarer globaler "Knotenpunkt" wiederfinde. Die jetzt gegründete strategische Partnerschaft mit Frankreich solle von der Entwicklung von Häfen über die Luftfahrt bis in die Sektoren von Gesundheits-, Wasser- und Energieversorgung reichen. Und sie sei "ein Modell für die Beziehungen, die wir uns zu Europa und zur ganzen Welt wünschen", fügte al-Scharaa hinzu.
Macron, der von einer französischen Wirtschaftsdelegation begleitet wurde, sagte, neben dem Wiederaufbau sei eines der Ziele der Partnerschaft, Syrien langfristig zu einem regionalen "Hub" aufzubauen. Das Land sei jedoch noch mit vielen Herausforderungen konfrontiert.
Der Chef des französischen Energiekonzerns TotalEnergies, Patrick Pouyanné, hatte zuvor von Syrien als einer möglichen "alternativen Route" zur Straße von Hormus im Persischen Golf gesprochen. Die Sicherheitslage lasse es derzeit noch nicht zu, sie zu nutzen, aber der Besuch in Damaskus sei eine "positive Initiative", sagte er vor Journalisten, kurz bevor die Nachricht von den beiden Anschlägen bekannt wurde. Syrien sei ein Land am Knotenpunkt des Nahen Ostens.
TotalEnergies hat bereits eine Absichtserklärung über Offshore-Probebohrungen mit Syrien unterzeichnet, weitere Projekte gibt es laut dem Konzernchef derzeit nicht. Nach 13 Jahren Bürgerkrieg müsse der Regierung Zeit gegeben werden, wieder die Kontrolle über das Land zu erlangen, sagte er. "Wir müssen ein bisschen Geduld haben."
Im April hatte bereits der Irak bekanntgegeben, dass er angesichts der Blockade der Straße von Hormus im Iran-Krieg damit begonnen habe, Öl per Lastwagen durch Syrien zu exportieren. Die beiden Länder nahmen im Juni Gespräche über den Energie-Transit und eine mögliche Wiederinbetriebnahme einer Öl-Pipeline auf.
Ch.P.Lewis--AT