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Berichte über US-Vorschlag an Iran für Kriegsende - Teheran dementiert erneut Gespräche
Über mögliche Gespräche zwischen den USA und dem Iran herrscht weiter Unklarheit: Laut Medienberichten soll Washington der iranischen Regierung einen 15-Punkte-Plan zur Beendigung des Krieges unterbreitet haben - doch Teheran dementierte am Mittwoch erneut direkte oder indirekte Gespräche mit Washington. Unterdessen gingen die gegenseitigen Angriffe in der Region unvermindert weiter. Das iranische Militär feuerte dabei nach eigenen Angaben auch Raketen in Richtung eines US-Flugzeugträgers ab.
Der US-Vorschlag für ein Ende der Kämpfe sei Teheran über die pakistanische Regierung übermittelt worden, berichtete die "New York Times". Er sehe die Wiederöffnung der Straße von Hormus sowie strikte Beschränkungen für das iranische Atomprogramm vor.
Im Gegenzug sollen laut dem israelischen Sender Channel 12 die Sanktionen gegen den Iran aufgehoben werden. Beide Seiten würden demnach eine einmonatige Waffenruhe ausrufen, während der sie auf Grundlage des US-Vorschlags aus Washington verhandeln würden. Ein Regierungswechsel im Iran werde in dem US-Plan nicht gefordert, berichtete der Sender.
Das Weiße Haus und das US-Außenministerium äußerten sich zunächst nicht zu diesen Berichten, die die Ölpreise deutlich sinken ließen. Trump hatte bereits am Montag überraschend angeblich erfolgreiche Verhandlungen mit Teheran angedeutet.
Der iranische Botschafter in Pakistan bekräftigte am Mittwoch jedoch, dass es keine Gespräche mit den USA gebe. Nach seinen Informationen hätten "bislang keine direkten oder indirekten Verhandlungen zwischen den beiden Ländern stattgefunden", erklärte Botschafter Resa Amiri Moghadam. Pakistan, ein langjähriger Verbündeter des Iran, hatte sich zuvor als Vermittler angeboten.
Der einflussreiche iranische Parlamentssprecher Mohammad Bagher Ghalibaf warnte die USA davor, Teherans "Entschlossenheit auf die Probe" zu stellen. "Wir beobachten alle US-Bewegungen in der Region genau, insbesondere Truppenentsendungen", erklärte er im Onlinedienst X. Der Parlamentssprecher bezog sich dabei auf Berichte der "New York Times" und des "Wall Street Journal", wonach die USA 3000 Elitesoldaten in den Nahen Osten verlegen.
Das iranische Militär teilte am Mittwoch mit, es habe Raketen in Richtung des US-Flugzeugträgers "USS Abraham Lincoln" abgefeuert. Das in der Golfregion eingesetzte Schiff sei dadurch gezwungen worden, erklärte die Armee nach Angaben des Staatsfernsehens. Marinekommandant Schahram Irani drohte mit weiteren Angriffen, sollten sich feindliche Schiffe in Reichweite der iranischen Streitkräfte befinden.
Die iranischen Revolutionsgarden feuerten nach eigenen Angaben in der Nacht zum Mittwoch eine Salve "präzisionsgelenkter" Raketen und Drohnen auf Israel sowie auf Stützpunkte der US-Streitkräfte in Kuwait, Jordanien und Bahrain ab. Die israelische Armee teilte mit, die Luftabwehr habe auf neue iranische Raketensalven reagiert. Auf Aufnahmen der Nachrichtenagentur AFP waren Raketenspuren am Nachthimmel über der israelischen Küstenstadt Netanja zu sehen. In weiten Teilen im Zentrum des Landes heulten Luftschutzsirenen.
In Kuwait wurde laut der Zivilluftfahrtbehörde ein Treibstofftank getroffen. Die jordanische Behörde für öffentliche Sicherheit meldete herabfallende Trümmerteile nahe der Hauptstadt Amman. Saudi-Arabien erklärte, mindestens vier Drohnen im Osten des Landes abgefangen zu haben.
Israel griff nach Angaben seiner Armee seinerseits zwei Produktionsstätten für Marschflugkörper in Teheran an. Die Anlagen seien zur "Entwicklung und Herstellung von Marschflugkörpern großer Reichweite genutzt worden, die in der Lage sind, Ziele auf See und an Land rasch zu zerstören". Auch eine U-Boot-Produktionsanlage in Isfahan wurde demnach angegriffen.
Israel und die USA hatten am 28. Februar mit ihren Luftangriffen auf den Iran begonnen. Teheran reagiert seither mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel, mehrere Golfstaaten sowie US-Einrichtungen in der Region.
Seit Beginn des Krieges ist außerdem die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft, durch die iranischen Streitkräfte weitgehend gesperrt. Zudem attackierte der Iran Ölanlagen und Tanker in der Golfregion. Dies ließ die Öl- und Gaspreise weltweit in die Höhe schnellen. Wegen der stark gestiegenen Treibstoffpreise steht Trump innenpolitisch unter Druck.
Nach den Berichten über den angeblichen US-Vorschlag für ein Ende der Kämpfe fiel der Ölpreis für ein Barrel der Referenzsorte Brent am Mittwoch um 6,3 Prozent auf knapp unter 98 Dollar.
E.Hall--AT