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Russisches Kriegsschiff gibt im Ärmelkanal Warnschüsse in Richtung Yacht ab
Ein russisches Kriegsschiff hat im Ärmelkanal Warnschüsse in Richtung einer in Großbritannien registrierten Yacht abgegeben. Die Yacht habe sich "gefährlich angenähert", weshalb die russische Fregatte beschlossen habe, "mit den Handfeuerwaffen Warnschüsse in Richtung des Schiffes abzugeben", erklärte das russische Verteidigungsministerium am Dienstag. Das britische Verteidigungsministerium teilte mit, die von der "Admiral Grigorowitsch" abgegebenen Warnschüsse hätten dazu gedient, einen Zusammenstoß zu vermeiden.
"Nach Versuchen, Kontakt zu einem britischen Schiff im Ärmelkanal aufzunehmen, gab die 'Grigorowitsch' Warnschüsse ab. Diese richteten sich nicht gegen das Schiff und dienten dazu, eine mögliche Kollision zu verhindern", teilte das britische Verteidigungsministerium mit. Zuvor hatte das Ministerium erklärt, es untersuche "Berichte über einen Vorfall im Ärmelkanal".
Das russische Verteidigungsministerium erklärte, dass die Fregatte "Signalraketen" abgefeuert habe, um die Aufmerksamkeit der Besatzung der Yacht zu erlangen. Trotz dieser Maßnahme habe die Yacht mit dem Namen "Bright Future" ihren Annäherungskurs aber fortgesetzt, weshalb die Warnschüsse abgegeben worden seien.
Ein Beamter im britischen Verteidigungsministerium teilte der Nachrichtenagentur AFP mit, der Vorfall habe sich etwa 20 Seemeilen südlich der Isle of Wight ereignet, kurz außerhalb der britischen Hoheitsgewässer. Demnach waren die russischen Warnschüsse nicht direkt auf die Yacht gerichtet.
Zunächst hatte die Besatzung der Yacht den Vorfall gemeldet. Die Besatzung gab die Entfernung zu dem russischen Kriegsschiff mit 450 Metern an. Ihren Angaben zufolge wurde niemand an Bord verletzt; die Yacht sei auch nicht beschädigt worden. Den britischen Angaben zufolge entsandte das britische Marineschiff HMS Tyne wenig später ein Beiboot, um die Lage vor Ort zu überprüfen.
Im Mai hatte der "Telegraph" berichtet, dass die "Admiral Grigorowitsch" seit fast zwei Monaten vor der britischen Küste patrouillierte und Öltanker der russischen Schattenflotte, die zur Umgehung der Sanktionen gegen Russland eingesetzt wird, durch den Ärmelkanal eskortierte.
Die britische Marine erklärte, sie habe mehrere Boote eingesetzt, um die "Admiral Grigorowitsch" zu überwachen. Im April habe es "keinen einzigen Tag" gegeben, an dem die Fregatte nicht "genau beobachtet" worden sei.
Der Vorfall ereignete sich vor dem Hintergrund massiver Spannungen zwischen Russland und westlichen Staaten wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Erst am Sonntag hatte die britische Marine im Ärmelkanal einen mutmaßlich zur russischen Schattenflotte gehörenden Öltanker aufgebracht.
Dabei enterten britische Soldaten den mit Sanktionen belegten Öltanker "Smyrtos", indem sie sich von einem Hubschrauber abseilten. Die britische Staatsanwaltschaft erhob gegen den indischen Kapitän des Schiffes am Montag Anklage wegen Verstoßes gegen die Sanktionen Großbritanniens, die nach dem Einmarsch in die Ukraine im Jahr 2022 gegen Russland verhängt worden waren.
Aus britischen Verteidigungskreisen hieß es am Dienstag, zwischen dem Vorgehen gegen den Tanker und den Warnschüssen in Richtung der Yacht werde kein Zusammenhang gesehen.
M.White--AT