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Krankenkasse DAK: Weiterer Beitragssprung auf 20 Prozent droht bis 2035
Bei der gesetzlichen Krankenversicherung droht laut einer Studie der Krankenkasse DAK in den kommenden zehn Jahren ein weiterer Beitragssprung von derzeit 17,5 Prozent auf 20 Prozent. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Projektion des Berliner Iges-Instituts im Auftrag der DAK hervor. Demnach könnte der Gesamtbeitrag der Sozialversicherung bis 2035 drastisch um 7,2 Beitragspunkte auf 49,7 Prozent ansteigen. Von der nächsten Bundesregierung fordert die DAK daher "ein Sofortprogramm für stabile Kassenbeiträge".
Zum Jahreswechsel waren die Beiträge zur gesetzlichen Krankenkasse bereits von zuvor 16,3 Prozent auf durchschnittlich 17,5 Prozent gestiegen. Grund dafür sind stark gestiegene Kosten der Kassen: 2023 lagen diese bei insgesamt 306 Milliarden Euro - rund 100 Milliarden Euro mehr als 2015.
Die so genannten Lohnnebenkosten - also die Summe aller Sozialversicherungen - stiegen damit 2025 auf insgesamt 42,3 Prozent. Diesen Beitrag teilen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber hälftig.
Die am Dienstag vorgestellte Berechnung geht nun von drei möglichen Szenarien bei der Beitragsentwicklung der Krankenversicherung aus. In der günstigsten Entwicklung werden noch im kommenden Jahr ein Anstieg auf 18 Prozent und anschließend weitgehend gleichbleibende Beiträge bis 2035 erwartet. Das ungünstigste Szenario hingegen prognostiziert stetige erhebliche Beitragssteigerungen bis 2035 auf dann 22,6 Prozent.
Die mittlere Entwicklung, das sogenannte Basisszenario, geht ebenfalls von einem linearen, allerdings etwas geringerem Wachstum aus. Zwischen 2026 und 2035 steigen die Beiträge demnach von 18 auf 20 Prozent.
Die Studienautoren rechnen in der Renten-, der Pflege- und der Arbeitslosenversicherung ebenfalls mit Beitragssteigerungen bis 2035. Prognostiziert wird damit in der Summe aller Sozialversicherungen eine mittlere Beitragssatzsteigerung auf 49,7 Prozent. Auch hier gehen die möglichen Szenarien aber zwischen 46,5 und 53,9 Prozent auseinander.
Angesichts des drohenden Beitragsanstiegs forderte DAK-Vorstandschef Andreas Storm von der Politik, die Beitragsspirale zu stoppen. "Es gibt ein gravierendes Finanzierungsproblem im Sozialsystem, das kurzfristig gelöst werden muss und kann, um Versicherte und Arbeitgeber nicht weiter zu belasten", erklärte Storm.
Dafür müssten kurzfristig die geplante Finanzierung der Krankenhausreform geändert und der Bundeszuschuss an die Krankenkassen deutlich angehoben werden, forderte Storm. Außerdem müssten sich Ausgaben künftig an den vorhandenen Einnahmen orientieren.
A.Taylor--AT