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Gewerkschaften in Japan erzielen höchste Gehaltserhöhung seit 1991
Die Arbeitnehmer in Japan erhalten in diesem Jahr die höchste Gehaltserhöhung seit mehr als 30 Jahren. Bislang hätten die Gewerkschaften Steigerungen von im Schnitt 5,28 Prozent herausgehandelt, erklärte das Gewerkschaftsbündnis Rengo am Freitag. Eine Erhöhung um durchschnittlich 3,8 Prozent im vergangenen Jahr war bereits die stärkste seit 1994 gewesen.
Die mehr als 770 innerhalb von Rengo organisierten Gewerkschaften haben im Schnitt 5,85 Prozent mehr Lohn gefordert. Rengo hatte als Ziel ausgegeben, mindestens fünf Prozent zu erreichen.
Seit Anfang der 90er Jahre waren die Gehälter in Japan wegen der niedrigen Inflation und der gleichzeitig schwächelnden Wirtschaft kaum gestiegen. Die Gewerkschaften hatten das Augenmerk zudem lange mehr auf die Jobsicherheit als auf die Vergütung gelegt. Im Nachgang der Corona-Pandemie und im Zuge des russischen Angriffs auf die Ukraine zogen die Verbraucherpreise in Japan ab 2022 jedoch stark an.
Der Blick richtet sich nun zunehmend auf die Zentralbank. Anders als in den meisten westlichen Volkswirtschaften hielten die japanischen Notenbanker trotz der höheren Inflation an ihrer lockeren Geldpolitik fest. Der Leitzins der Bank of Japan liegt weiterhin im negativen Bereich (minus 0,1 Prozent). In der Folge stürzte die Landeswährung Yen im Vergleich zum Dollar und zum Euro ab.
Von dieser Schwäche profitieren zwar die exportorientierten Unternehmen des Landes. Die Verbraucher belastet sie aber zusätzlich, weil sich Importe massiv verteuern. Die Verantwortlichen der Bank of Japan hatten zuletzt angegeben, zunächst die jährlichen Frühjahrsgehaltsverhandlungen der Gewerkschaften abzuwarten. Erwartet wird nun eine vorsichtige und schrittweise Zinswende.
O.Brown--AT