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Nach massiver Attacke auf Kiew: Tote bei neuen russischen und ukrainischen Angriffen
Nach dem massiven russischen Angriff auf Kiew mit mindestens 30 Todesopfern hat die Ukraine mit Attacken auf verschiedene Ziele in Russland und in den von Moskau besetzten Gebieten reagiert. Dabei wurden nach Angaben der örtlichen Behörden vom Freitag mindestens zehn Menschen getötet. Auch Russland griff die Ukraine erneut an, Behördenangaben zufolge wurden in der Ukraine fünf Menschen getötet, darunter ein Kleinkind.
In Kiew gedachten die Menschen am Freitag der Opfer des Angriffs am Vortag, bei dem nach neuesten Angaben der Rettungsdienste mindestens 30 Menschen getötet wurden. Der Leiter der Militärverwaltung der Hauptstadt, Tymur Tkatschenko, sagte, 91 weitere Menschen seien verletzt worden.
Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko hatte die russische Attacke als "massivsten Angriff des Feindes auf die Hauptstadt" bezeichnet und den Freitag zu einem Trauertag für die Opfer erklärt. Wegen der durch den Angriff ausgelösten Luftverschmutzung riefen die Behörden in Kiew die Bewohner auf, möglichst viel Zeit zuhause zu verbringen.
Bei einem ukrainischen Angriff auf einen Markt im von Russland besetzten Teil der südukrainischen Region Saporischschja wurden nach Angaben der Moskau-treuen Behörden fünf Menschen getötet. 18 weitere Menschen seien bei dem Angriff verletzt worden, erklärte der von Russland eingesetzte Gouverneur im Onlinedienst Telegram. Kurz zuvor hatte er bereits erklärt über drei Todesopfer in der Region infolge ukrainischer Angriffe informiert.
Auch in Russland gab es nach Behördenangaben ukrainische Angriffe mit tödlichen Folgen. Bei einem ukrainischen Raketenangriff auf die russische Stadt Belgorod sei eine Einwohnerin getötet worden, erklärte der Bürgermeister der Stadt auf Telegram. Zudem sei zivile Infrastruktur beschädigt worden, es habe Probleme bei der Strom- und Wasserversorgung gegeben. In der Region Brjansk wurde nach Angaben des örtlichen Gouverneurs ein Mann getötet. Zwei weitere Menschen seien verletzt worden.
Insgesamt habe Russland in der Nacht zum Freitag 155 ukrainische Drohnen über seinem Territorium und der annektierten Halbinsel Krim abgeschossen, erklärte das russische Verteidigungsministerium.
Derweil griff Russland seinerseits die Ukraine wieder an. Bei einem russischen Angriff auf den Nordosten des Landes wurden nach Angaben der örtlichen Militärverwaltung vier Menschen getötet. Unter den Todesopfern sei ein Kleinkind, teilte der Leiter der Militärverwaltung von Sumy auf Telegram mit. In der Region Dnipropetrowsk im zentralen Osten des Landes wurde nach Angaben der örtlichen Militärverwaltung ein Mensch getötet.
Russland überzieht die Ukraine seit mehr als vier Jahren nahezu in jeder Nacht mit Raketen- und Drohnenangriffen. Zuletzt hatte die ukrainische Armee ihre Gegenangriffe auf Russland verstärkt und dabei Raffinerien und Öllager ins Visier genommen, was zu Treibstoffengpässen im Land führte.
Um den Ukraine-Krieg ging es am Freitag auch bei einem Treffen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mit Estlands Regierungschef Kristen Michal, dem lettischen Präsidenten Edgars Rinkevics und dem litauischen Präsidenten Gitanas Nauseda in Berlin.
Michal zeigte sich im Sender Phoenix trotz der jüngsten russischen Angriffe auf Kiew zuversichtlich, dass sich die Ukraine gegen Russland behaupten werde. Die Sanktionen, das Vorgehen gegen die russische Schattenflotte und das Einfrieren russischer Vermögen zeigten Wirkung, sagte Michal. Hinzu kämen ukrainische Angriffe, die erhebliche Folgen hätten. Russland sei zwar nach wie vor eine Bedrohung für die Nato-Staaten, doch allmählich wende sich das Blatt, sagte Michal.
D.Lopez--AT