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Deutsche Bahn sieht sich für EM gewappnet - Fans müssen auch Geduld mitbringen
Die Deutsche Bahn sieht sich für den Ansturm zehntausender Fans bei der Europameisterschaft gewappnet, und appelliert an die Rücksicht der Fans. "Geht eher los, trinkt weniger Bier, geht respektvoll miteinander und unseren Mitarbeitenden um und genießt den Fußball", sagte der Geschäftsführer der DB Sicherheit, Ralph-Peter Hänisch, der Nachrichtenagentur AFP. An einigen Stellen müssten Fans bei der Anreise zu Spielen oder Fanfesten aber auch Geduld mitbringen.
Zur EM werden mehrere Millionen Fans in Deutschland erwartet. "Wir raten daher dazu, etwas früher loszugehen, um auch wirklich pünktlich ans Ziel zu kommen und dabei immer auch Rücksicht auf andere Reisende zu nehmen", sagte Hänisch. Ein schottischer Fanverband hatte zuletzt Bedenken angemeldet, ob die Bahn dem Ansturm der Massen gewachsen ist.
Hänisch geht davon aus: "Wir werden das gemeinsam meistern", sagte er. Der kommissarische Leiter der Konzernsicherheit erwartet neben vielen tausenden begeisterten und friedlichen Fans auch welche, "die wir besonders im Auge haben werden".
Größere Gruppen stark betrunkener Fans bereiteten den Mitarbeitenden demnach Sorge: "Schon die Frage nach der Fahrkarte oder die Bitte im Zug nicht zu rauchen wird mitunter mit Pöbeleien oder gar gewalttätig beantwortet". Zum besseren Schutz der eigenen Mitarbeitenden, aber auch der Reisenden stockt die Bahn daher ihr Sicherheitspersonal für die EM um 900 Beschäftigte auf. 6000 Bundespolizisten und 4500 Sicherheitskräfte seien ohnehin rund um die Uhr an Bahnhöfen und Zügen im Einsatz.
In einer Befragung der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) gaben 64 Prozent der knapp 4000 Befragten Bahnmitarbeiter an, in den vergangenen zwölf Monaten Gewalt oder Anfeindungen erlitten zu haben. Während ihres Berufslebens wurden 82 Prozent Opfer eines verbalen oder körperlichen Angriffs. Auch Hänisch sieht eine Zunahme der Vorfälle in den vergangenen Jahren.
Neben Deeskalationstrainings setzt die Bahn auf Kameras an Bahnhöfen und sogenannte Bodycams, um die Sicherheit zu erhöhen. "Dort, wo Mitarbeitende mit dieser Technik ausgestattet werden, gehen die Übergriffe gegen null", führte der Sicherheitsschef aus. Nach DB Angaben sind an 800 Standorten 10.000 Kameras installiert worden. Bis Ende 2024 sollen nochmals rund 1000 hinzukommen.
Zur EM will die DB zudem 10.000 zusätzliche Sitzplätze in IC- und ICE-Zügen an den Spieltagen bereitstellen. Inhaber von Tickets für die Stadien sollen Rabatte für Fahrkarten erhalten. "Die EM wird eine große, aber vor allem großartige Herausforderung, der wir uns engagiert stellen", sagte Hänisch.
K.Hill--AT