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Faeser setzt Kommission zur Aufarbeitung des Münchner Olympia-Attentats ein
Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hat eine internationale Kommission zur Aufarbeitung des Attentats auf die israelische Mannschaft während der Olympischen Spiele in München 1972 eingesetzt. "Es ist beschämend, dass quälende Fragen viel zu lange offen geblieben sind", erklärte Faeser am Freitag in Berlin. "Es fehlte viel zu lange an Aufklärung, Aufarbeitung, Transparenz und der Übernahme von Verantwortung."
Die Kommission setzt sich laut Innenministerium aus acht international renommierten Forscherinnen und Forschern zusammen. Sie sollen "eine umfassende wissenschaftliche Darstellung und Bewertung der Ereignisse vornehmen". Beim Institut für Zeitgeschichte München-Berlin (IfZ) werde es ein begleitendes Forschungsprojekt geben.
Ein palästinensisches Kommando war am 5. September 1972 in das Münchner Olympiagelände eingedrungen und hatte Mitglieder der israelischen Mannschaft als Geiseln genommen. Bei der Geiselnahme und einer fehlgeschlagenen Befreiungsaktion starben elf israelische Sportler und ein deutscher Polizist.
Mit der Einsetzung der Kommission erfülle die Bundesregierung den letzten Teil der mit den Angehörigen der Opfer vereinbarten Gesamtkonzeption zum 50. Jahrestags des Attentats, erklärte das Innenministerium. Angehörige begrüßten die Ankündigung: "Das bedeutet uns Familien viel", erklärte Ankie Spitzer, Ehefrau des bei dem terroristischen Anschlag ermordeten Fechters Andrei Spitzer. "Die Aufarbeitung wird hoffentlich zu historischer Gerechtigkeit beitragen."
Im August vergangenen Jahres hatte sich Deutschland mit den Hinterbliebenen auf Entschädigungszahlungen geeinigt. Gezahlt werden sollten 28 Millionen Euro.
B.Torres--AT