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Britische Zentralbank macht Brexit für Handelseinbruch verantwortlich
Die britische Zentralbank hat den Brexit für die schlechte Wirtschaftslage Großbritanniens verantwortlich gemacht. Der Austritt aus der EU habe unverhältnismäßige Auswirkungen auf den Handel gehabt, sagte Swati Dhingra, Mitglied des geldpolitischen Ausschusses der Bank of England, vor dem Finanzausschuss des Unterhauses am Mittwoch. Die Regierung von Premierminister Rishi Sunak führt hingegen den Ukraine-Krieg und die Corona-Pandemie als Hauptgründe für die wirtschaftliche Lage ins Feld.
Dhingra betonte jedoch: "Es ist nicht zu leugnen, dass sich der Handel in Großbritannien im Vergleich zum Rest der Welt viel stärker abgeschwächt hat." Schon vor dem drastischen Anstieg der Inflation in diesem Jahr seien in Großbritannien infolge des Brexit die Preise gestiegen und die Löhne gesunken.
Die britische Zentralbank hatte bereits nach dem Brexit-Referendum 2016 vor einem Schrumpfen der britischen Wirtschaft infolge des EU-Austritts gewarnt. An dieser Prognose halte die Bank weiter fest, sagte Zentralbankchef Andrew Bailey.
Finanzminister Jeremy Hunt stellt am Donnerstag seinen neuen Haushaltsplan vor. Medienberichten zufolge dürfte er Steuererhöhungen ankündigen sowie die Kürzung öffentlicher Ausgaben um bis zu 60 Milliarden Pfund (rund 68 Milliarden Euro). Großbritannien hat derzeit mit erheblichen wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen, weshalb dem neuen Haushalt besondere Aufmerksamkeit zukommt. Die Inflation erreichte zuletzt ein 40-Jahres-Hoch.
Das von der vorherigen Regierung unter Ex-Premierministerin Liz Truss geschnürte Entlastungs- und Steuersenkungspaket, das mit zusätzlichen Krediten finanziert werden sollte, hatte für Panik an den Finanzmärkten und Kurseinbrüche gesorgt. Angesichts der Turbulenzen sah sich Truss zum Rücktritt gezwungen. Der neue Regierungschef Sunak hat die Bekämpfung der Inflation zur obersten Priorität erklärt.
W.Nelson--AT