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Strafen für Verantwortliche von Stadionkatastrophe in Indonesien gefordert
Nach der Stadionkatastrophe in Indonesien mit mehr als 120 Todesopfern sollen die Verantwortlichen für die Tragödie zur Rechenschaft gezogen werden. Die Regierung in Jakarta forderte die Polizei am Montag auf, die Verantwortlichen zu ermitteln und zu bestrafen. Für die Angehörigen der Opfer wurden Entschädigungen in Aussicht gestellt. Weltweit löste die Tragödie Bestürzung aus.
"Wir fordern die Polizei auf, die Täter zu finden und gegen sie vorzugehen", sagte Sicherheitsminister Mahfud MD. Für die Ermittlungen sei eine Task Force gebildet worden. Sie solle aus Beamten, Fußballfunktionären und Medienvertretern bestehen. Die Untersuchung könne in den nächsten zwei oder drei Wochen abgeschlossen werden.
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International forderte, die Untersuchung des Vorfalls solle unabhängig sein. Auch Human Rights Watch (HRW) erklärte, es reiche nicht aus, wenn die Polizei und der indonesische Fußballverband ihre eigenen Untersuchungen vornähmen.
Der indonesische Präsident Joko Widodo ordnete Entschädigungszahlungen für die Familien der Todesopfer an. Binnen weniger Tage würden 50 Millionen Rupiah (rund 3300 Euro) für jedes Opfer überwiesen, sagte der Sicherheitsminister.
Die tödliche Tragödie hatte sich am Samstag bei einem Fußballspiel in der Stadt Malang im Ostteil der Insel Java ereignet. Anhänger des Vereins Arema FC waren nach einer Niederlage gegen den Erzrivalen Persebaya Surabaya auf das Spielfeld gestürmt. Die Polizei versuchte daraufhin, die Fans zur Rückkehr auf die Ränge zu bewegen. Nachdem zwei Polizisten getötet worden seien, habe die Polizei Tränengas in die Menge gefeuert.
Den Angaben zufolge löste das eine Massenpanik aus, in deren Verlauf 125 Menschen getötet und mehr als 320 weitere Menschen verletzt wurden. Ein Beamter des Ministeriums für Kinderschutz sagte am Montag der Nachrichtenagentur AFP, unter den 125 Toten seien mindestens 32 Kinder.
Ein Polizeisprecher sagte, Ermittler analysierten nun Videoaufnahmen aus der Umgebung des Stadions. Auf diese Weise könnten Verdächtige identifiziert werden, die für die Ausschreitungen verantwortlich seien. Am Montag sollten zudem die Organisatoren des Spiels sowie 18 Polizeibeamte befragt werden, die "Träger oder Bediener der Waffen" gewesen seien.
Der Präsident des Arema FC bat in einer im Fernsehen übertragenen Ansprache um Verzeihung. "Als Präsident des Arema FC übernehme ich die volle Verantwortung für den Vorfall, der sich ereignet hat. Ich entschuldige mich zutiefst bei den Opfern, ihren Familien, allen Indonesiern und Liga 1", sagte Gilang Widya Pramana.
Seine Mannschaft besuchte am Montag den Unglücksort in schwarzen Trikots gekleidet und legte Blumen nieder. Anschließend beteten die Spieler für die Opfer.
International löste die Tragödie viel Mitgefühl aus. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zeigte sich bestürzt. "Dies ist ein trauriger Tag für Indonesien", erklärte er in Berlin. Auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) äußerte sein Beileid. "Mein tiefes Mitgefühl gilt den Betroffenen und Ihren Familien sowie allen Bürgerinnen und Bürgern Indonesiens", schrieb er an Präsident Widodo. Fifa-Präsident Gianni Infantino sprach von einer "unbegreiflichen Tragödie".
W.Moreno--AT