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Baerbock kündigt in Marokko intensivere Zusammenarbeit bei Energiewende an
Bei einem Besuch in Marokko hat Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) eine intensivere Zusammenarbeit der beiden Staaten unter anderem bei der Energieversorgung und in der Sicherheitspolitik angekündigt. Marokko sei ein "enorm wichtiger Partner" für Deutschland und die gesamte EU, sagte Baerbock am Donnerstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem marokkanischen Außenminister Nasser Bourita. Unter anderem bei der Herstellung und dem Export grünen Wasserstoffs für die Energiewende wollen Rabat und Berlin demnach künftig stärker kooperieren.
Deutschland und die EU dürften sich "nie wieder abhängig machen von Ländern, die unsere Werte nicht teilen", sagte Baerbock in Anspielung auf die Gasversorgungskrise in Europa und die Drosselung russischer Gasexporte in die EU-Staaten.
Die "Entwicklung und Förderung eines grünen Wasserstoff- und Power-to-X-Sektors" solle künftig einer der Schwerpunkte der deutsch-marokkanischen Zusammenarbeit sein, hieß es in einer zeitgleich zur Pressekonferenz veröffentlichten gemeinsamen deutsch-marokkanischen Erklärung.
Mit "Power-to-X" werden verschiedene Technologien bezeichnet, mit denen überschüssiger Strom aus erneuerbaren Energien gespeichert wird. Bereits 2020 hatten Berlin und Rabat eine gemeinsame Absichtserklärung zur Entwicklung und Förderung grüner Wasserstofftechnologie unterzeichnet.
In einer vor ihre Abreise vom Auswärtigen Amt verschickten Mitteilung erklärte Baerbock, Marokko habe "beste Voraussetzungen", zu einer "wichtigen Säule der europäischen Energiewende" zu werden. Das Potenzial für mehr "wirtschaftliche Zusammenarbeit und menschlichen Austausch" zwischen Deutschland Marokko sei "riesig".
Mit Blick auf die Lage in Mali sagte Baerbock nach ihrem Gespräch mit ihrem marokkanischen Kollegen Bourita, beide seien sich einig gewesen, dass sie "Mali nicht alleine" lassen und das Land vor allem "nicht Russland überlassen" dürften. Zuletzt hatten sich die Hinweise auf russische Aktivitäten in Mali verdichtet, das seit 2020 von einer Militärjunta regiert wird. Seit 2013 ist die Bundeswehr im Rahmen der UN-Friedensmission Minusma in Mali. Es ist der derzeit größte Auslandseinsatz und er gilt auch als ihr gefährlichster.
Deutschland und Marokko hatten im Februar einen Neustart in ihren Beziehungen vereinbart, nachdem es zuvor zu Differenzen gekommen war - insbesondere hinsichtlich des Status' der von Marokko größtenteils kontrollierten Westsahara.
Nach ihrem Besuch in Marokko will Baerbock am Donnerstagabend direkt nach Dänemark weiterfliegen. Im nördlichen Nachbarstaat wolle sie einen "deutsch-dänischen Aktionsplan" für eine engere Zusammenarbeit unterzeichnen - insbesondere bei der Entwicklung von Offshore-Windenergieanlagen und in der Sicherheits- und Verteidigungspolitik, erklärte Baerbock.
S.Jackson--AT