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Nach Trump-Äußerung: Revolutionsgarden sehen sich als Entscheider über Kriegsende
Nach rund zehn Tagen sieht US-Präsident Donald Trump ein Ende des Iran-Krieges in greifbarer Nähe - die iranischen Revolutionsgarden betonten hingegen, allein sie würden über ein Kriegsende entscheiden. "Wir werden es sein, die das Ende des Krieges bestimmen", erklärte die Eliteeinheit am Dienstag in Teheran. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte, Israel sei mit seinen Angriffen auf die iranische Führung "noch nicht fertig". Unmittelbar nach Bekanntwerden von Trumps Äußerungen gaben die zuvor massiv gestiegenen Ölpreise nach.
"Der künftige Status der Region liegt jetzt in den Händen unserer Streitkräfte; die amerikanischen Truppen werden den Krieg nicht beenden", erklärten die Revolutionsgarden. Weiter gaben die Garden bekannt, dass sie bis zum Ende des Krieges Ölexporte durch Straße von Hormus blockieren würden: "Die iranischen Streitkräfte werden bis auf Weiteres nicht zulassen, dass auch nur ein Liter Öl aus der Region an die feindliche Seite und ihre Partner exportiert wird", sagte Revolutionsgarden-Sprecher Ali Mohammad Naini laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim mit Blick auf die USA, Israel und ihre Verbündeten.
Die USA und Israel hatten am 28. Februar mit Luftangriffen den Iran-Krieg entfacht. Dabei töteten die Streitkräfte gleich zu Beginn den obersten Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung. Teheran reagierte mit Raketen- und Drohnen-Angriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion.
Die Revolutionsgarden sorgten ferner für die Sperrung der für den Seehandel wichtigen Straße von Hormus, über die normalerweise fast 20 Prozent des weltweit gehandelten Rohöls transportiert werden. Seit Kriegsbeginn haben die iranischen Streitkräfte dort mehrfach Öltanker angegriffen.
US-Präsident Trump sagte am Montagabend dem Sender CBS, der Krieg sei "so gut wie" beendet. Der US-Präsident begründete dies mit der militärischen Schwächung des Iran. Trump äußerte sich nicht dazu, ob und wann die Vereinigten Staaten und Israel ihre Luftangriffe einstellen könnten.
"Es wird ziemlich schnell vorbei sein", der Krieg sei nur "ein kurzer Ausflug", sagte er in Florida vor Abgeordneten seiner republikanischen Partei. Der Iran habe keine Marine, keine Kommunikationsmittel und keine Luftwaffe mehr, sagte Trump zur Begründung. Auch die Raketen des Landes seien fast alle zerstört, iranische Drohnen würden überall abgeschossen. Militärisch gesehen habe der Iran "nichts mehr übrig".
Das US-Verteidigungsministerium erklärte unterdessen im Kurzbotschaftendienst X: "Wir haben gerade erst begonnen zu kämpfen." Trump hatte die Kriegsdauer anfänglich auf "vier bis fünf Wochen" geschätzt, aber wiederholt betont, der Militärkonflikt könne auch "weitaus länger" dauern.
In Washington wurden die Äußerungen des US-Präsidenten als Anzeichen für wachsende Meinungsverschiedenheiten zwischen den USA und Israel über die Kriegsstrategie und die Dauer des Konflikts gelesen.
Netanjahu deutete derweil an, dass der Krieg noch dauern könnte: Israels Bestreben sei es, "das iranische Volk vom Joch der Tyrannei zu befreien". Es bestehe kein Zweifel, "dass wir ihnen mit den bisherigen Maßnahmen die Knochen brechen - und wir sind noch nicht fertig", fügte Netanjahu mit Blick auf die Führung in Teheran hinzu.
Die Ölmärkte reagierten erleichtert auf Trumps Äußerungen: Der Preis für die Nordsee-Sorte Brent gab im elektronischen Handel um 5,2 Prozent auf 87,87 Dollar nach. Die US-Sorte WTI verlor 7,47 Prozent an Wert und notierte zwischenzeitlich bei 84,11 Dollar. An der New Yorker Wall Street schlossen die wichtigen Indizes im Plus. Am Sonntag war der Ölpreis erstmals seit fast vier Jahren auf mehr als 100 Dollar pro Barrel gestiegen.
Die Türkei, die am Montag zum zweiten Mal binnen fünf Tagen eine Rakete über ihrem Gebiet abgefangen hatte, gab am Dienstag bekannt, "zum Schutz unseres Luftraums" ein Patriot-Raketenabwehrsystem in der zentralen Provinz Malatya zu stationieren. Irans Präsident Massud Peseschkian hatte zuvor mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan telefoniert und erklärt, die Rakete stamme nicht aus dem Iran.
Seit Kriegsbeginn sind im Iran nach Angaben der dortigen Behörden 1200 Menschen getötet worden, darunter 200 Frauen und 200 Kinder. Zudem habe es mehr als 10.000 Verletzte gegeben.
In Israel gaben Rettungskräfte und die Armee die Zahl der Toten seit Kriegsbeginn mit 13 an. Im Libanon wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums 486 Menschen durch den neu eskalierten Konflikt zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz getötet. In den Golfstaaten kamen laut US-Armee 23 Menschen ums Leben, darunter sieben US-Soldaten.
A.Ruiz--AT