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Demonstranten in Sri Lanka kündigen Rückgabe besetzter Gebäude an
Die Demonstranten in Sri Lanka haben die Rückgabe des von ihnen besetzten Präsidentenpalasts und anderer Gebäude in der Hauptstadt Colombo angekündigt. "Wir ziehen uns mit sofortiger Wirkung friedlich aus dem Präsidentenpalast, dem Präsidentenbüro und dem Amtssitz des Regierungschefs zurück, werden unseren Kampf aber fortsetzen", sagte eine Sprecherin der Protestbewegung am Donnerstag.
Die Aktivisten fordern den Rücktritt des umstrittenen Präsidenten Gotabaya Rajapaksa und seines Ministerpräsidenten Ranil Wickremesinghe, die sie für die schwere Wirtschaftskrise im Land verantwortlich machen. Rajapaksa war in der Nacht zum Mittwoch vor den anhaltenden Massenprotesten außer Landes geflohen und hatte sich auf die Malediven abgesetzt.
Seinen Regierungschef Wickremesinghe ernannte er zum Übergangspräsidenten. Er kündigte zudem für Mittwoch seinen Rücktritt an, löste das Versprechen bisher aber nicht ein. Bislang wollten die Demonstranten den Präsidentenpalast bis zum Rücktritt des 73-Jährigen nicht zurückgeben.
Berichten zufolge will Rajapaksa gemeinsam mit seiner Frau und zwei Leibwächtern nach Singapur ins Exil gehen. Seine Versuche, ein Visum für die USA zu erhalten, wurden diplomatischen Vertretern zufolge abgelehnt, weil er fehl vor seiner Kandidatur für das Präsidentenamt im Jahr 2019 auf seine US-Staatsbürgerschaft verzichtet hatte.
Wickremesinghe hatte am Mittwoch den Notstand ausgerufen und am Donnerstagmorgen eine Ausgangssperre verhängt. Gleichzeitig befahl er Armee und Polizei, "die Ordnung wiederherzustellen". Trotz der Ausgangssperre versuchten Demonstranten, das Parlament zu stürmen, diesmal jedoch vergeblich. Nach Angaben der Polizei wurden bei nächtlichen Zusammenstößen mit den Demonstranten vor dem Parlament ein Soldat und ein Polizist verletzt.
Zehntausende Demonstranten hatten am Wochenende das Anwesen des Präsidenten gestürmt, am Mittwoch besetzten sie den Amtssitz von Regierungschef Wickremesinghe. Dieser hatte am Samstag ebenfalls seinen Rücktritt angeboten, um den Weg für eine Einheitsregierung frei zu machen. Davon war aber zunächst nicht mehr die Rede.
W.Stewart--AT