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Weltkriegsbombe in Dresden entschärft - Tausende Anwohner von Evakuierung betroffen
Eine beim Abriss der teilweise eingestürzten Carolabrücke in Dresden gefundene Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist erfolgreich entschärft worden. Zuvor hatten am Donnerstag tausende Anwohner ihre Häuser verlassen müssen. Die Behörden hatten Evakuierungen in einem Radius von etwa einem Kilometer um die Fundstelle in der Innenstadt angeordnet. Davon waren den Angaben zufolge rund zehntausend Anwohner betroffen.
Der britische 250-Kilogramm-Blindgänger in der sächsischen Landeshauptstadt war am Mittwoch entdeckt worden. Die Behörden entschieden, ihn vor Ort zu entschärfen. Nach Polizeiangaben gaben die Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdiensts am Donnerstagmittag bereits nach einer knappen halben Stunde Entwarnung, nachdem sie den Zünder des Blindgängers entfernt hatten.
Die Polizei hob anschließend den Sperrbereich auf. Die Anwohner konnten in ihre Wohnungen zurückkehren, auch die Verkehrseinschränkungen wurden aufgehoben.
Die Evakuierung am Donnerstagmorgen verlief nach Polizeiangaben "reibungslos". Menschen, die nicht mehr mobil sind, wurden mit Krankentransporten in Sicherheit gebracht. Die Sicherheitsbehörden überwachten das Sperrgebiet auch mit Hubschraubern und Kameras. In Messehallen standen Notunterkünfte bereit, die den Angaben zufolge von 219 Menschen genutzt wurden. Um Anwohner dorthin zu bringen, wurden Busse eingesetzt.
Innerhalb der Sperrzone lagen weite Teile des historischen Stadtkerns rund um Zwinger und Frauenkirche sowie Teile der Dresdner Neustadt am anderen Elbufer. Betroffen waren unter anderem auch Regierungsgebäude wie die sächsische Staatskanzlei und der Landtag, das Justizzentrum mit Gerichten, Generalstaatsanwaltschaft und Staatsanwaltschaft, zwei weitere Elbbrücken sowie Geschäfts- und Einkaufsstraßen. Auch Gewerbetreibende und Hotelgäste mussten den Bereich räumen.
Die Carolabrücke über die Elbe wurde bei dem Einsturz im September so stark beschädigt, dass sie komplett abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden muss. Ausgelöst wurde das Unglück nach Angaben der Stadt durch Korrosion infolge des Eindringens von Feuchtigkeit in der Bauphase in Kombination mit der Ermüdung von sogenannten Spannstählen. Menschen kamen nicht zu Schaden.
In Dresden werden wie auch in anderen Städten in Deutschland immer wieder Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Die sächsische Stadt war am 13. und 14. Februar 1945 von den Alliierten bombardiert worden. Dabei wurden große Teile der Altstadt zerstört, bis zu 25.000 Menschen starben.
Ch.Campbell--AT