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Biden spricht bei Parteitag der US-Demokraten und gibt Staffelstab weiter an Harris
Zum Auftakt des viertägigen Parteitags der US-Demokraten am Montag wird Präsident Joe Biden eine Abschiedsrede halten und damit symbolisch den Staffelstab an Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris übergeben. Es wird erwartet, dass der 81-Jährige seine Vizepräsidentin als beste Wahl anpreist, um das von ihm begonnene Werk zu vollenden und die US-Demokratie vor dem republikanischen Rivalen und Ex-Präsidenten Donald Trump zu "retten". Auch sollen Biden und Harris einen kurzen gemeinsamen Auftritt haben.
Vor weniger als einem Monat hatte Biden seine Präsidentschaftskandidatur zurückgezogen. Beim Parteitag dürften die Delegierten ihn für seine Amtszeit feiern. Er fühle sich in Bezug auf seine Rede "gut, wirklich gut", sagte Biden am Sonntag. Das Wochenende hatte er in Camp David, dem Landsitz der US-Präsidenten bei Washington, verbracht und sich dort mit Beratern auf die Ansprache vorbereitet.
Es dürfte dem Staatschef klar sein, dass sein Vermächtnis an einem Sieg Harris' über Trump hängt: Sollte die Demokratin bei der Präsidentschaftswahl im November gegen den republikanischen Mitbewerber verlieren, werden viele Biden dafür kritisieren, sich nach seinem desaströsen Auftritt bei einer TV-Debatte gegen Trump im Juni zu lange an seine Kandidatur geklammert zu haben.
Auf dem Parteitag darf sich der Staatschef dennoch eines freudigen Empfangs durch die Demokraten sicher sein: "Ich bin nostalgisch", sagte LaurieBeth Hager aus North Dakota am Sonntag und pries Biden als "großartigen Präsidenten". "Ich werde morgen Taschentücher dabei haben, aber ich bin auch erstaunt über den Mut, den politischen Mut, den er brauchte, um diese Entscheidung zu treffen."
Das viertägige Treffen findet unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt, 2500 Polizisten werden im Einsatz sein. Die Bundespolizei FBI, der Secret Service und die Polizei haben die Sicherheitsabsperrungen rund um den Veranstaltungsort ein Jahr lang geplant.
Lucas Rothaar vom FBI warnte vor einer "erhöhten Bedrohungslage" für den Parteitag. Im Juli war der republikanische Präsidentschaftskandidat Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung in Butler im US-Bundesstaat Pennsylvania bei einem Attentat verletzt worden. Pro-palästinensische Aktivistengruppen planen am Rande des Parteitags zudem Großdemos gegen die US-Unterstützung für Israel im Konflikt mit der radikalislamischen Palästinenserbewegung Hamas im Gazastreifen.
Zu den Parteitagsrednern werden auch First Lady Jill Biden, Vizepräsidentschaftskandidat Tim Walz und Ex-Präsident Barack Obama und dessen Frau Michelle sowie Ex-Präsident Bill Clinton gehören. Harris' große Rede findet zum Abschluss des Parteitags am Donnerstag statt. Biden wird dann nicht mehr dabei sein, er reist direkt nach seiner Ansprache am Montag in einen sechstägigen Urlaub nach Kalifornien.
Die 59-jährige Harris hat dem Wahlkampf seit Bidens Abgang eine neue Dynamik verliehen und junge, weibliche und schwarze Wahlberechtigte angesprochen. Der zuvor scheinbar auf Siegeskurs befindliche Trump geriet seither ins Trudeln und hat Mühe, seinen Wahlkampf auf die neue Rivalin einzustellen. Stattdessen griff der 78-Jährige auf persönliche Beleidigungen und mäandernde Reden zurück. Am Samstag verunglimpfte der Republikaner Harris erneut als "Kommunistin" und "Verrückte".
Harris griff den Republikaner am Sonntag indirekt scharf an. Sogenannte Führungspersönlichkeiten, die nichts anderes im Sinn hätten, als andere niederzumachen, seien "Feiglinge", sagte Harris bei einem Wahlkampfauftritt in Pennsylvania.
Während des Demokraten-Parteitages reist Trump weiter durch das Land und wird unter anderem Kundgebungen in den besonders umkämpften Bundesstaaten Pennsylvania, North Carolina und Michigan abhalten.
W.Moreno--AT