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Israel wegen befürchteter Angriffe von Iran und Hisbollah in "höchster Alarmbereitschaft"
Vor den für Donnerstag geplanten neuen Gesprächen über eine Waffenruhe im Gazastreifen bereitet sich Israel weiter intensiv auf einen befürchteten Angriff des Iran und seiner Verbündeten vor. Sein Land bleibe in "höchster Alarmbereitschaft", schrieb der israelische Präsident Isaac Herzog am Mittwoch im Onlinedienst X. Während die USA Israel zusätzliche Waffenlieferungen zusagten, wurden die diplomatischen Bemühungen zur Abwendung einer Eskalation in der Region intensiv fortgesetzt.
Herzog dankte den westlichen Partnern seines Landes für ihre Unterstützung. Er wolle Israels Verbündeten, die angesichts der "hasserfüllten Drohungen des iranischen Regimes und seiner terroristischen Handlanger geschlossen an unserer Seite stehen", seine Anerkennung und seinen Dank aussprechen, erklärte der israelische Präsident.
Unterdessen bereiteten sich die Menschen in Israel weiter auf einen möglichen Angriff des Iran und der mit ihm verbündeten libanesischen Hisbollah vor. Unter anderem brachte das Kunstmuseum in Tel Aviv nach eigenen Angaben seine wertvollsten Werke in Sicherheit. In Israels drittgrößter Stadt Haifa hatten die Behörden die Sicherheitsvorkehrungen bereits vor Tagen mit Schutzbunkern und einer unterirdischen Krankenhaus-Abteilung verstärkt.
Der Iran und die Hisbollah drohen Israel nach den Tötungen von Hamas-Chef Ismail Hanija in Teheran und Hisbollah-Militärchef Fuad Schukr in Beirut mit Vergeltung. Zur Tötung Hanijas äußerte sich die israelische Seite nicht; die islamistische Hamas und der Iran machen das Land für beide Angriffe verantwortlich.
Seitdem wächst die Angst vor einer Eskalation. Die USA, Israels engster Verbündeter, verstärkten deshalb ihre Militärpräsenz in der Region und entsandten weitere Kriegsschiffe und Kampfjets. Zudem genehmigte Washington zusätzliche Rüstungsexporte im Wert von mehr als 20 Milliarden Dollar nach Israel.
Wie das US-Außenministerium am Dienstag mitteilte, sind darunter 50 F-15-Kampfjets und 33.000 Schuss Panzermunition. Zu letzteren erklärte das Ministerium, sie würden Israels "Fähigkeit verbessern, auf gegenwärtige und künftige feindliche Bedrohungen zu reagieren".
Parallel dazu gehen unter Hochdruck die diplomatischen Bemühungen weiter, um eine Eskalation abzuwenden. Nach Angaben von US-Präsident Joe Biden könnte Teheran womöglich von Angriffen auf Israel absehen, sollte es zu einer Einigung über eine Waffenruhe im Gazastreifen kommen. "Das ist meine Erwartung", sagte er zu Reportern auf die Frage, ob eine entsprechende Waffenruhe einen iranischen Angriff verhindern könnte. Die Verhandlungen seien zwar schwierig, er gebe aber nicht auf.
Auch Bidens Sondergesandter Amos Hochstein hält eine Waffenruhe im Gazastreifen für absolut entscheidend, um eine Eskalation zwischen Israel und der Hisbollah zu verhindern. "Die Vereinbarung würde auch zu einer diplomatischen Lösung hier im Libanon beitragen und den Ausbruch eines größeren Krieges verhindern", sagte er am Mittwoch bei einem Besuch in Beirut. Die Zeit für diplomatische Lösungen sei "jetzt".
Hochsteins Besuch erfolgte einen Tag vor der ersten Verhandlungsrunde seit Monaten zwischen Israel und der Hamas. Auf Drängen der Vermittler USA, Ägypten und Katar sind die Verhandlungen für Donnerstag geplant, voraussichtlich in Katars Hauptstadt Doha. Die drei Vermittlerländer hatten beide Kriegsparteien in der vergangenen Woche aufgerufen, die Gespräche wieder aufzunehmen. Anders als Israel lehnt die Hamas eine Teilnahme bislang ab. Sie sei aber mit den Vermittlern in Gespräch, hieß es.
Unterdessen ging die israelische Armee weiter gegen die Hamas im Gazastreifen vor. Ihre Einheiten hätten ihre "präzisen, geheimdienstbasierten" Einsätze im Gebiet von Tel al-Sultan in Rafah im Süden fortgesetzt, hieß es am Mittwoch. In den vergangenen 24 Stunden seien zudem mehr als 40 Luftangriffe im gesamten Gazastreifen auf "terroristische Infrastrukturen" ausgeführt worden. Der von der Hamas kontrollierte Zivilschutz meldete mindestens vier Tote nach einem Angriff in Chan Junis.
T.Wright--AT