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Moskau hält an Ziel der Eroberung von Bachmut fest
Moskau hat eine Eroberung der heftig umkämpften ostukrainischen Stadt Bachmut als entscheidend für den Fortgang der russischen Offensive bezeichnet. "Diese Stadt ist ein wichtiger Knotenpunkt (für die Linien) der Verteidigung der ukrainischen Soldaten im Donbass", sagte Verteidigungsministers Sergej Schoigu am Dienstag. Kiew kündigte unterdessen Rache für die in einem Video zu sehende mutmaßliche Hinrichtung eines ukrainischen Kriegsgefangenen an. Das Auswärtige Amt nannte das Video "schockierend".
Bei einem im Fernsehen übertragenen Treffen mit Verantwortlichen seines Ministeriums erklärte Schoigu, die Kontrolle über Bachmut werde "neue offensive Einsätze in der Tiefe gegen die Verteidigung der Streitkräfte der Ukraine ermöglichen".
Bachmut ist bereits seit dem vergangenen Sommer heftig umkämpft. Inzwischen ist die Stadt von russischen Truppen von drei Seiten umzingelt. Angesichts der seit Monaten andauernden erbitterten Gefechte hat die Stadt inzwischen eine hohe symbolische Bedeutung.
Nach ukrainischen Angaben harren in Bachmut nur noch weniger als 4000 Zivilisten aus, während die Stadt vor Beginn des Krieges 70.000 Einwohner zählte. Am Montag bekräftigte die ukrainische Führung, dass sie sich aus der Stadt nicht zurückziehen, sondern stattdessen Verstärkung schicken werde.
Derweil kündigte Polen an, noch in dieser Woche zehn Leopard-Kampfpanzer an die Ukraine zu liefern. Die Panzer vom Typ Leopard 2A4 sollten bis Ende der Woche in die Ukraine geschickt werden, sagte Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak.
Auf russischer Seite führen vor allem die Söldner der Gruppe Wagner den Kampf um Bachmut an. Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin erklärte, er könne die Äußerungen Schoigus nicht kommentieren - er habe den Verteidigungsminister noch nicht in Bachmut getroffen. Prigoschin steckt in einem offenen Konflikt mit der russischen Militärführung.
Zu dem mutmaßlichen Exekutions-Video erklärte das ukrainische Militär: "Rache für die Tötung unseres Helden ist unvermeidlich." Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba forderte eine Untersuchung des Vorfalls durch den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH).
Das im Internet verbreitete Video zeigt einen Mann in Tarnkleidung, der rauchend in einem flachen Graben steht und erschossen wird, nachdem er "Ruhm der Ukraine" gerufen hat. Die Nachrichtenagentur AFP konnte zunächst nicht unabhängig überprüfen, wo und wann das Video gedreht wurde und ob es tatsächlich einen ukrainischen Kriegsgefangenen zeigt.
Das ukrainische Heer teilte über den Onlinedienst Telegram mit, es habe den gezeigten Mann identifiziert. Es handele sich um Tymofij Mykolajowytsch Schadura von der 30. mechanisierten Brigade. Er habe zuletzt nahe Bachmut gekämpft und gelte seit dem 3. Februar als vermisst.
Ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin nannte das Video "echt schockierend". "Wenn das authentisch ist, dann wäre das ein Kriegsverbrechen", fügte der Sprecher hinzu. Das Video füge sich zudem ein in "Bilder, die wir ja auch schon aus der Ukraine kennen". Vor Ort werde bereits in vielen Fällen mutmaßlicher Kriegsverbrechen ermittelt.
"Wir werden die Mörder finden", hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bereits am Montag gesagt. Der Staatschef wird am Mittwoch UN-Generalsekretär António Guterres empfangen. Guterres sollte nach Angaben seines Sprechers noch am Dienstag in Kiew ankommen und will mit Selenskyj unter anderem über die Fortsetzung des Abkommens zum Export von ukrainischem Getreide sprechen.
UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk erklärte unterdessen, die Zerstörungen des Kriegs würden noch "über Generationen hinweg" die Rechte von Ukrainern verletzen. "Der Krieg in der Ukraine hat zu zivilen Opfern und Zerstörungen von schockierendem Ausmaß geführt", sagte Türk vor dem UN-Menschenrechtsrat in Genf. Auch wirkten sich die Folgen des Kriegs für die Treibstoff- und Lebensmittelpreise ebenso wie die geopolitischen Spannungen "negativ auf die Menschen in allen Regionen der Welt aus".
E.Rodriguez--AT