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Trotz dichter Nachrichtenlage weniger Beschwerden bei Presserat
Trotz einer weiterhin brisanten Nachrichtenlage ist die Zahl der Beschwerden beim Deutschen Presserat zurückgegangen. Im vergangenen Jahr wurden 1733 Eingaben eingereicht, wie der Presserat am Dienstag in Berlin bei der Vorstellung seines Jahresberichts mitteilte. 2021 waren es noch 2556 Fälle gewesen. Sowohl die Beschwerden zur Corona-Berichterstattung als auch die Massenbeschwerden wurden weniger.
Beim Thema Corona gab es 93 Einzelbeschwerden - 80 Prozent weniger als im Vorjahr. Auch die Berichterstattung über den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine sorgte für keinen Anstieg. Lediglich 78 Eingaben gingen zu diesem Nachrichtenthema ein. Bezogen auf das gesamte Beschwerdenaufkommen waren das etwa vier Prozent. Insgesamt wurde in den Ausschüssen über 413 Artikel diskutiert. Weitere 459 wurden bereits in der Vorprüfung als offensichtlich unbegründet abgelehnt.
"Die Leserinnen und Leser haben offenbar ein hohes Vertrauen in die Kriegsberichterstattung der presseethisch gebundenen Medien, gerade wenn es um Sorgfalt und Wahrhaftigkeit geht", erklärte die Sprecherin des Presserats, Kristen von Hutten. Ein Großteil der Beschwerden zu diesem Thema sei als unbegründet zurückgewiesen worden, weil sich die betreffenden Redaktionen an den Pressekodex gehalten hätten.
Auch die Zahl der Rügen wegen schwerer Verstöße sank - 47 waren es im Jahr 2022. Im Jahr davor waren es noch 60 gewesen. Die meisten Rügen betrafen den Persönlichkeits- und Opferschutz sowie Schleichwerbung. Zudem gab es 63 Missbilligungen und 96 Hinweise. Jede dritte Rüge erhielten Medien für Schleichwerbung. Ein weiteres Drittel der Rügen erfolgte wegen Verletzungen des Persönlichkeitsschutzes.
M.Robinson--AT