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Iran schaltet Überwachungskameras in Atomanlagen wieder ein
Der Iran hat sich bereiterklärt, die Überwachungskameras in mehreren Atomanlagen wieder anzuschließen, und hat zudem häufigeren Inspektionen zugestimmt. Es sei vereinbart worden, "dass die Kameras und Überwachungssysteme wieder operieren", sagte der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, bei seiner Rückkehr aus Teheran am Samstag am Flughafen in Wien vor Journalisten. Dies solle "sehr bald" umgesetzt werden, fügte er hinzu.
Außerdem solle die Häufigkeit der Inspektionen in der unterirdischen Atomanlage nahe der Stadt Fordo um 50 Prozent erhöht werden. In der Anlage waren kürzlich Uranpartikel mit einem fast waffenfähigen Reinheitsgrad entdeckt worden. Die Partikel waren nach Angaben der IAEA auf fast 84 Prozent angereichert. Zum Bau von Atombomben ist auf rund 90 Prozent angereichertes Uran notwendig.
Der Iran bestreitet, in den Besitz von Atomwaffen gelangen zu wollen, und spricht von "unbeabsichtigten Schwankungen" im Anreicherungsgrad des Urans, die aufgetreten sein könnten.
Der IAEA-Chef nannte die jetzt von ihm in Teheran getroffenen Absprachen "sehr, sehr wichtig (...)" - insbesondere im Hinblick auf eine mögliche Wiederbelebung des internationalen Atomabkommens mit dem Iran von 2015. "Wir haben das Ausbluten der Informationen (...) gestoppt - jetzt können wir wieder anfangen zu arbeiten. Das sind keine Worte, das ist etwas sehr Konkretes", betonte Grossi.
Der IAEA-Direktor war nach dem Fund des hoch angereicherten Urans zu einem zweitägigen Besuch nach Teheran gereist. Dort führte er nach eigenen Angaben "konstruktive" Gespräche. Er sei sicher, dass diese Gespräche den Weg für "wichtige Vereinbarungen" im Atomstreit ebnen würden, sagte Grossi am Samstag bei einer Pressekonferenz in Teheran. Die Gespräche würden in einer Atmosphäre von "Offenheit" fortgesetzt.
Grossi traf unter anderen den iranischen Präsidenten Ebrahim Raisi und Außenminister Hossein Amir-Abdollahian. Der Leiter der iranischen Atombehörde, Mohammed Eslami, erklärte, die iranischen Behörden würden "weiterhin" mit der IAEA zusammenarbeiten. Teheran hatte im vergangenen Jahr die Inspektionen stark eingeschränkt und seine Überwachungskameras abgeschaltet.
Im derzeit auf Eis liegenden Atomabkommen von 2015 war für die Urananreicherung ein Schwellenwert von 3,67 Prozent vereinbart worden. Der frühere US-Präsident Donald Trump hatte die mühsam ausgehandelte Vereinbarung im Jahr 2108 einseitig aufgekündigt. Daraufhin zog sich auch der Iran schrittweise aus seinen Verpflichtungen aus dem Abkommen zurück.
M.Robinson--AT