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Kiew nennt russische "Saboteur"-Vorwürfe "absichtliche Provokation"
Die Ukraine hat den russischen Vorwurf des Eindringens von ukrainischen "Saboteuren" auf russisches Territorium als "absichtliche Provokation" aus Moskau zurückgewiesen. "Die Geschichte über eine Sabotage-Gruppe in Russland ist eine klassische absichtliche Provokation", erklärte der ukrainische Präsidentenberater Michailo Podoljak am Donnerstag im Online-Dienst Twitter. "Russland will seinen Leuten Angst machen, um seinen Angriff auf ein anderes Land und die wachsende Armut nach einem Jahr Krieg zu rechtfertigen", fügte er hinzu.
Russische Behörden und der Geheimdienst FSB hatten zuvor berichtet, eine Gruppe von ukrainischen "Saboteuren" sei in die Region Briansk an der Grenze zur Ukraine eingedrungen. Die russische Armee versuche, die "Saboteure" zu "eliminieren". Der Kreml sprach von einem "Terrorangriff". Präsident Wladimir Putin werde "laufend" über die Entwicklung der Lage unterrichtet.
Der Geheimdienst erklärte nach Angaben von russischen Nachrichtenagenturen: "Der FSB und Kräfte des Verteidigungsministeriums ergreifen Maßnahmen, um die bewaffneten ukrainischen Nationalisten zu vernichten, die die Grenze unseres Staates im Distrikt Klimowsk in der Region Briansk verletzt haben." Der Gouverneur der Region, Alexander Bogomas, sprach im Online-Dienst Telegram von "einer Aufklärungs- und Sabotage-Gruppe, die in das Dorf Ljubetschane von der Ukraine aus eingedrungen" sei.
Auch der Gouverneur verwies auf einen Armee-Einsatz. Nach seinen Angaben "haben die Saboteure das Feuer auf ein fahrendes Fahrzeug eröffnet", wodurch "ein Bewohner getötet wurde und ein zehnjähriges Kind verletzt" und ins Krankenhaus gebracht worden sei. Nach Berichten der russischen Nachrichtenagenturen Ria Nowosti, Tass und Interfax, die sich auf Augenzeugen sowie Vertreter des Geheimdienstes und der Rettungskräfte beriefen, soll die ukrainische Gruppe auch Geiseln genommen haben. Die Nachrichtenagentur AFP konnte diese Berichte nicht unabhängig überprüfen.
Gouverneur Bogomas berichtete auch über einen ukrainischen Drohnen-Angriff auf das Dorf Suschany in derselben Region, wodurch ein Haus in Brand geraten sei. Die Rede war auch von Granatenangriffen auf zwei Häuser im Ort Lomakowka, ebenfalls in der Region Briansk.
Der russische Gouverneur einer weiteren Grenzregion, der Region Kursk, Roman Starowoit, berichtete von der Bombardierung des Dorfes Tetkino, wodurch es einen Toten und einen Verletzten gegeben habe. Dort seien drei Häuser beschädigt worden, der Strom sei unterbrochen worden, sagte er.
Die russische Grenzregion ist bereits häufiger von ukrainischer Seite aus unter Beschuss geraten. Es ist aber sehr selten, dass die russische Seite von einer Gruppe von "Saboteuren" spricht.
W.Moreno--AT