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Verdacht der Kindesentführung: Prozess gegen Steakhauskettenerbin Block begonnen
Vor dem Landgericht Hamburg hat am Freitag der Strafprozess gegen die Steakhauskettenerbin Christina Block und mehrere mutmaßliche Mittäter wegen des Verdachts der Entführung von zwei ihrer Kinder begonnen. Wegen Beihilfe angeklagt ist Blocks Lebensgefährte, der Sportjournalist Gerhard Delling. Die Staatsanwaltschaft wirft Block vor, die Entführung ihrer 2010 geborenen Tochter und ihres 2013 geborenen Sohnes beauftragt zu haben.
Hintergrund ist ist der Anklageschrift zufolge ein eskalierender jahrelanger Sorgerechtsstreit zwischen Block und ihrem früheren Ehemann, die gemeinsam vier Kinder haben. Dieser behielt demnach die beiden jüngsten Kinder im August 2021 nach einem vereinbarten Besuch im süddänischen Gravenstein nahe der deutschen Grenze, wo er seit längerer Zeit lebt, bei sich.
In der Silvesternacht 2023/2024 sollen ein 35-jähriger mitangeklagter Israeli und fünf weitere Verdächtige dem Vater dann in Dänemark aufgelauert und ihn niedergeschlagen haben. Die beiden damals zehn- und 13-jährigen Kinder sollen sie in ein Auto gezerrt, ihnen zwischenzeitlich mit Klebeband den Mund zugeklebt und die Tochter an den Händen gefesselt haben.
In Baden-Württemberg sollen die Kinder dann bis zum Eintreffen von Block am 2. Januar 2024 gegen ihren Willen festgehalten worden sein. Delling soll der Anklage zufolge ihre Anreise nach Baden-Württemberg organisiert und ihre gemeinsame Rückkehr mit den Kindern nach Hamburg koordiniert haben. Dort wurden die Kinder schließlich von der Polizei in Obhut genommen.
Block wies die Vorwürfe über ihre Verteidigung zurück. Demnach sollen Mitarbeiter einer für sie tätigen Sicherheitsfirma die Entführung eigenmächtig organisiert haben. Auch Delling bestritt die Vorwürfe.
Die beiden seinerzeit mutmaßlich entführten Block-Kinder leben beim Vater in Dänemark, dem ein dänisches Gericht auf Antrag das Sorgerecht zusprach. Blocks Versuche, dagegen in Deutschland juristisch vorzugehen, scheiterten. Für den Prozess sind zunächst fast 40 Verhandlungstage bis Dezember angesetzt.
W.Nelson--AT