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Frankreich und Algerien nähern sich nach Dauerkrise wieder an
Frankreich und Algerien haben sich nach einer monatelangen diplomatischen Krise wieder einander angenähert. Beide Länder wollten in Sicherheitsfragen und bei der Einwanderung wieder zusammenarbeiten, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten gemeinsamen Erklärung nach einem Telefonat von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron mit seinem algerischen Kollegen Abdelmadjid Tebboune. Dabei habe Macron Tebboune auch erneut um die Freilassung des algerischen Schriftstellers Boualem Sansal gebeten, teilte der Elysée-Palast mit.
Der 80-Jährige war wegen eines Interviews, in dem es um die Grenzen Algeriens ging, zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Macron bat Tebboune um eine "Geste der Barmherzigkeit" angesichts des Alters und des Gesundheitszustands des Schriftstellers, der die französische und algerische Staatsangehörigkeit hat.
Das Gespräch der beiden Präsidenten fiel vermutlich nicht zufällig mit dem muslimischen Fest zum Ende des Fastenmonats Ramadan zusammen. Die persönliche Verbindung der Präsidenten und die gemeinsamen strategischen Interessen erforderten die Wiederaufnahme eines "Dialogs auf Augenhöhe", heißt es in der gemeinsamen Erklärung.
Die jüngste Krise hatte sich unter anderem an der Weigerung Algeriens entzündet, Algerier ohne Bleiberecht aus Frankreich zurückzunehmen. Sie spitzte sich zu nach dem Messerangriff eines Algeriers in Mülhausen, bei dem ein Mensch getötet wurde. Frankreich hatte nach Angaben des Innenministers Bruno Retailleau zehn Mal versucht, ihn des Landes zu verweisen, aber Algerien habe sich jedes Mal geweigert, ihn aufzunehmen.
Das Verhältnis war zudem angespannt, seit Macron im Juli 2024 einen marokkanischen Autonomieplan für die umstrittene Westsahara unterstützt hat.
Beide Präsidenten einigten sich nun grundsätzlich darauf, sich zu einem ungenannten Termin persönlich zu treffen. Am 6. April wird Außenminister Jean-Noël Barrot in Algerien erwartet.
N.Mitchell--AT