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Hoffnung auf Überlebende nach Erdbeben in Myanmar und Thailand schwindet
Nach dem verheerenden Erdbeben mit mehr als 1700 Toten schwindet in Myanmar und Thailand die Hoffnung, noch Überlebende in den Trümmern zu finden. Temperaturen von um die 40 Grad erschwerten den Einsatzkräften in Myanmar am Montag die Suche nach den Verschütteten und setzten auch den vielfach noch auf Hilfe wartenden Überlebenden zu. Die in dem südostasiatischen Land herrschende Militärjunta rief eine einwöchige Staatstrauer aus.
Aus "Anteilnahme" für die Opfer würden alle Flaggen bis zum 6. April auf Halbmast gesetzt, erklärte die Junta. In Mandalay, der nahe dem Epizentrum des Bebens gelegenen zweitgrößten Stadt Myanmars, arbeiteten die Rettungskräfte unter besonders schwierigen Bedingungen. Die Hitze beschleunigte die Verwesung der Leichen, was auch die Identifizierung erschweren könnte.
Die Muslime im Land begingen das Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan wie einen Trauertag. Vor einer zerstörten Moschee in Mandalay versammelten sich hunderte Gläubige im Freien. "Die Lage ist so schlimm, dass man es kaum in Worte fassen kann", sagte der Moschee-Verwalter Aung Myint Hussein.
Viele Menschen schliefen auch auf der Straße - aus Angst vor Nachbeben oder weil ihre Häuser zerstört wurden. Einige schliefen in Zelten, andere lagen auf Decken mitten auf der Straße, darunter auch kleine Kinder. Auch das größte Krankenhaus in Mandalay, eine Klinik mit tausend Betten, wurde evakuiert. Hunderte Patienten wurden im Freien behandelt, unter anderem auf dem Krankenhausparkplatz. Mit einer Plastikplane wurden sie vor der gleißenden Sonne geschützt, Angehörige fächelten den Kranken und Verletzten mit Bambusfächern Luft zu.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rief die höchste Notfallstufe aus und warnte vor einem erhöhten Krankheitsrisiko in dem südostasiatischen Bürgerkriegsland. Es würden dringend acht Millionen Dollar (7,4 Millionen Euro) benötigt, um Menschenleben zu retten und innerhalb der kommenden 30 Tage Krankheitsausbrüche zu verhindern, erklärte die WHO.
Der Chef von Myanmars Militärregierung, Min Aung Hlaing, hatte zuvor in einem ungewöhnlichen Schritt um internationale Hilfe gebeten. Angesichts des Ausmaßes der Zerstörung solle "jedes Land, jede Organisation" helfen. In der Vergangenheit hatten Militärregierungen in Myanmar internationale Hilfe selbst bei großen Naturkatastrophen abgelehnt. Erste Hilfslieferungen aus dem Ausland trafen bereits ein.
Myanmar war am Freitag von einem schweren Erdbeben der Stärke 7,7 getroffen worden. Nach Angaben der Militärjunta kamen dabei mehr als 1700 Menschen ums Leben. Tausende weitere wurden verlertzt. Mehr als 300 Menschen galten am Montag offiziell noch als vermisst. Das ganze Ausmaß der Schäden ist aber immer noch völlig unklar.
Tote und Verletzte gab es auch im Nachbarland Thailand. In der hunderte Kilometer vom Epizentrum entfernten Hauptstadt Bangkok gab es mindestens 18 Tote, als ein noch im Bau befindliches 30-stöckigen Hochhaus einstürzte. Die thailänische Regierung ordnete eine Untersuchung an, um die Ursachen für den Einsturz aufzuklären. Zahlreiche andere Hochhäuser in Bangkoks . Bangkoks Gouverneur Chadchart Sittipunt sagte am Montag, nur zwei Gebäude seien weiterhin gesperrt.
A.Taylor--AT