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Zahl der toten Flüchtlinge nach Bootsunglück vor Italien auf 62 gestiegen
Nach dem Untergang eines Flüchtlingsboots im Mittelmeer vor der Küste Italiens ist die Zahl der Todesopfer am Montag laut Küstenwache auf 62 gestiegen. Bilder der italienischen Polizei und der Nachrichtenagentur AFP zeigten auf einem Strand verstreute Teile des Wracks. Das Boot war am frühen Sonntagmorgen bei Crotone vor Kalabrien bei heftigem Seegang wenige Meter vom Ufer entfernt an einem Felsen zerschellt, wie die Küstenwache mitteilte. Zuvor war von 59 Toten die Rede gewesen.
Mehrere italienische Zeitungen wirdmeten dem Bootsuntergang am Montag die Titelseite: "Das Massaker an den Unschuldigen" titelte etwa die Turiner Tageszeitung "La Stampa" und veröffentlichte ein Foto der Trümmer des Boots. Die Zeitung "Il Corriere della Sera" schrieb auf ihrer Titelseite: "Boot zerbricht 100 Meter vom Ufer entfernt: Das Massaker an den Migranten".
Italiens rechtsgerichtete Ministerpräsidentin Giorgia Meloni äußerte angesichts der Todesfälle ihren "tiefen Schmerz". Es sei "kriminell, ein kaum 20 Meter langes Boot mit 200 Menschen an Bord und einer schlechten Wettervorhersage in See stechen zu lassen".
Meloni hatte im Oktober die Amtsgeschäfte in Rom übernommen. Ihre weit rechts stehende Regierung hatte im Wahlkampf angekündigt, die Ankünfte von Flüchtlingen in Italien zu stoppen.
Erst vor wenigen Tagen hatte das italienische Parlament ein umstrittenes Gesetz der Regierung zum Umgang mit Flüchtlingen im Mittelmeer verabschiedet. Es zwingt Rettungsschiffe dazu, pro Einsatz nur eine Bergungsaktion auszuführen. Nach Einschätzung der Kritiker wird dies das Risiko von Todesfällen im Mittelmeer deutlich erhöhen.
Italien ist wegen seiner geografischen Lage besonders häufig ein Ziel von Migranten, die von Nordafrika nach Europa gelangen wollen. Nach Angaben des italienischen Innenministeriums sind seit Anfang des Jahres rund 14.000 Flüchtlinge in Italien angekommen. Im Vorjahreszeitraum waren es etwa 5300 gewesen.
T.Wright--AT