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Adoptionen in Deutschland sinken auf niedrigsten Stand seit Wiedervereinigung
Die Zahl der Adoptionen in Deutschland ist auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung gesunken. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 3517 Kinder von Familien adoptiert und damit vier Prozent oder 145 weniger als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Damit setzte sich der langfristige Rückgang fort.
Im Jahr 1993 hatte die Zahl mit 8687 Adoptionen ihren Höchststand erreicht und sich bis zum Jahr 2009 mehr als halbiert. Seitdem bewegten sich die Werte relativ stabil auf niedrigem Niveau, mit zuletzt leicht rückläufiger Tendenz.
Mehr als ein Viertel (27 Prozent) der adoptierten Kinder waren 2025 noch im Säuglingsalter von unter einem Jahr, weitere 31 Prozent waren ein oder zwei Jahre alt. Im Schnitt betrug das Alter bei der Adoption fünf Jahre und einen Monat. Die meisten Kinder wuchsen vor der Adoption bei einem Paar aus leiblichem Elternteil und Stiefelternteil auf (74 Prozent). Jedes Zehnte wurden aus einem Krankenhaus oder einem Mutter-Kind-Heim und acht Prozent aus einer Pflegefamilie heraus adoptiert.
In drei Prozent der Fälle ging der Adoption eine anonyme Geburt oder die Abgabe über eine Babyklappe und in zwei Prozent eine Heimerziehung voraus. Nur noch 56 Kinder und damit 1,6 Prozent wurden aus dem Ausland angenommen, am häufigsten aus Thailand, Südafrika, Burkina Faso und Sri Lanka.
Trotz des allgemeinen Rückgangs gewannen die Stiefkindadoptionen weiter an Bedeutung. Im Zeitraum von 2010 bis 2025 stieg ihr Anteil an allen Adoptionen von 54 Prozent auf nunmehr 75 Prozent und erreichte damit einen neuen Höchststand.
Das ist laut Statistikbehörde vor allem auf Stiefmütter in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften zurückzuführen - im Jahr 2025 adoptierten 1586 Stiefmütter Kinder. In 80 Prozent dieser Fälle handelte es um Frauenpaare, die keine Angaben zum Kindsvater machten. Der Anteil dieser Fälle an allen Adoptionen lag 2025 bei 36 Prozent und damit über den Werten der Vorjahre.
Als mögliche Gründe für die insgesamt rückläufigen Adoptionszahlen nennt die Statistikbehörde unter anderem der Wandel der Familienformen, der Ausbau staatlicher Hilfen für Familien, strengere Regelungen zum Kinderschutz und Fortschritte in der Reproduktionsmedizin. Auch gebe es weniger Fremdadoptionen, also Adoptionen durch Menschen, die weder Stiefeltern noch Verwandte des Kindes sind.
W.Moreno--AT