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Niedersächsische Justizministerin fordert Maßnahmen gegen Automatensprengungen
Angesichts einer hohen Zahl von Geldautomatensprengungen hat Niedersachsens Justizministerin Kathrin Wahlmann (SPD) Banken ultimativ zum Einbau von Sicherheitssystemen aufgefordert. Die Täter nutzten inzwischen vermehrt Festsprengstoffe, die aufgrund ihrer Sprengkraft "immense Schäden" verursachten, erklärte Wahlmann am Dienstag in Hannover. Dies bedeute eine "unkalkulierbare Gefahr für die Bevölkerung".
Die Ministerin riet Unternehmen darum, sich am Vorbild niederländischer Banken zu orientieren. Diese hätten flächendeckend Systeme eingeführt, die das Bargeld in den Automaten bei einer Attacke mit Klebstoff unbrauchbar machten. Sprengungen lohnten sich dort deshalb für Täter nicht mehr. Es gebe auch andere Sicherungsverfahren, die mit Farbpatronen arbeiteten.
Banken hätten es "in der Hand, das Phänomen der Geldautomatensprengungen ein für allemal zu beenden", erklärte die Ministerin weiter. "Das lange Zuwarten, während Menschenleben gefährdet sind, ist für mich nicht mehr nachvollziehbar." Sollten die Unternehmen "nicht zeitnah aktiv werden, müssen sie durch gesetzgeberische Maßnahmen zum Handeln gezwungen werden".
Seit Jahresbeginn gab es nach Angaben Wahlmanns allein in Niedersachsen bereits acht Automatensprengungen. Insgesamt werden Angriffe auf Automaten mit Explosivstoffen seit längerem mit Sorge beobachtet und nahmen stark zu. Das Bundeskriminalamt (BKA) widmet der Entwicklung sogar ein eigenes bundesweites Lagebild, das einmal im Jahr veröffentlicht wird.
Das Lagebild für 2021 verzeichnete deutschlandweit 392 Sprengungen, wobei Täter laut BKA in der weit überwiegenden Zahl der Fälle inzwischen feste Sprengstoffe "mit hohem Gefahrenpotenzial" verwendeten. Das Lagebild für 2022 ist noch nicht veröffentlicht. Laut einem Medienbericht registrierte das BKA im vergangenen Jahr rund 450 Geldautomatensprengungen und damit einen Höchststand. Erneut wird auf das Problem der Festsprengstoffe verwiesen.
K.Hill--AT