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Mindestens sieben Tote bei Erdrutsch auf italienischer Insel Ischia
Nach einem Erdrutsch mit mehreren Toten ist auf der italienischen Insel Ischia der Notstand ausgerufen worden. Sieben Leichen seien inzwischen geborgen worden, sagte der Präfekt von Neapel, Claudio Palomba, am Sonntagabend. Fünf Menschen würden noch vermisst. Mehr als 200 Einsatzkräfte beteiligten sich an der Suche nach ihnen. Die Regierung gab nach einer Sondersitzung eine erste Tranche von Hilfsgeldern in Höhe von zwei Millionen Euro frei.
Heftiger Regen hatte am frühen Samstagmorgen den Erdrutsch im Norden der vor Neapel gelegenen Insel ausgelöst. Die Schlamm- und Geröllmassen ergossen sich durch den kleinen Ort Casamicciola Terme, drangen in mindestens ein Haus ein und rissen mehrere Autos ins Meer, wie Medien und Rettungskräfte berichteten.
Anhaltender Regen und starker Wind behinderten die Arbeiten der Rettungsmannschaften; auch die Entsendung von Verstärkung aus Neapel verzögerte sich wegen des Unwetters.
Hunderte Freiwillige waren in knietiefem Schlamm damit beschäftigt, die Straßen der Gemeinde zu säubern. Über den Ort verstreut lagen die Überreste von zerstörten Fahrzeugen, die Geröll und Schlamm zerdrückt hatten. Bagger versuchten, Haus- und Geschäftseingänge sowie Autos freizuräumen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa waren am Samstag rund 30 Familien wegen der Schlammmassen in ihren Häusern eingeschlossen, ohne Strom und Wasser.
Papst Franziskus sagte in seinem sonntäglichen Angelusgebet, er bete für die Opfer und "alle, die sich an der Suche beteiligt haben".
Es sei eine schmerzhafte Situation, schon allein wegen der Vermissten, sagte der 45-jährige Salvatore Lorini am Sonntag vor Ort zur Nachrichtenagentur AFP. "Das ist hier eine Insel, und auch wenn wir uns nicht wirklich alle kennen - es ist doch fast so, zumindest vom Sehen her", erklärte Lorini, der auf Ischia geboren wurde und auch dort lebt.
Derzeit sei er damit beschäftigt, das Geschäft seiner Schwiegermutter zu reinigen. Eine bessere Prävention hätte Leben retten können, sagte Lorini, der sich ein Frühwarnsystem für Erdrutsche wünscht, das ähnlich wie Tsunami-Warnbojen funktioniert.
Der kleine Kurort Casamicciola Terme mit seinen rund 8000 Einwohnern war bereits 2017 von einem Erdbeben schwer beschädigt worden, zwei Menschen kamen damals ums Leben. Ende des 19. Jahrhunderts hatte ein starkes Erdbeben den Ort vollständig zerstört.
M.White--AT