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Elon Musk will mit SpaceX zu Rekord-Börsengang abheben - trotz roter Zahlen
Der mit Spannung erwartete Börsengang des US-Raumfahrtkonzerns SpaceX rückt näher - und Tech-Milliardär Elon Musk soll auch künftig der zentrale Machtfaktor im Unternehmen sein. Aus am Mittwoch bekannt gewordenen Plänen zum bevorstehenden Aktiendebüt des Raketen- und Satellitenbauers, das sämtliche Börsengänge der Geschichte in den Schatten stellen könnte, gingen zudem erstmals detaillierte Finanzdaten hervor: Demnach schrieb SpaceX zuletzt einen Milliardenverlust - rechnet aber mit potenziell astronomischen Umsätzen.
Laut dem von der US-Börsenaufsicht SEC veröffentlichten Börsenprospekt des Konzerns, mit dem Investoren über die Geschäftsstrategie des Unternehmens ebenso wie über mögliche Risiken informiert werden, erzielte SpaceX im vergangenen Jahr einen Umsatz von 18,7 Milliarden Dollar (umgerechnet knapp 16,1 Milliarden Euro) und damit weniger als beispielsweise die Dax-Unternehmen Heidelberg Materials oder Adidas. Zugleich verbuchte SpaceX angesichts massiver Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) und in die Entwicklung von Raketen der nächsten Generation einen operativen Verlust von 2,6 Milliarden Dollar.
Erstmals in der 24-jährigen Geschichte des Unternehmens wurden damit detaillierte Finanzdaten veröffentlicht. Sie offenbaren zudem, dass das Geschäft mit dem Satellitennetzwerk Starlink, über das SpaceX insbesondere Internetdienste anbietet, bislang für den Löwenanteil des Umsatzes steht: 2025 waren es 11,4 Milliarden Dollar - fast 50 Prozent mehr als im Vorjahr.
Der KI-Bereich, zu dem xAI und die Online-Plattform X (ehemals Twitter) gehören, verzeichnete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 3,2 Milliarden Dollar, schrieb jedoch einen operativen Verlust von 6,4 Milliarden Dollar, da das Unternehmen im KI-Wettlauf mit finanzstarken Konkurrenten wie Google, Meta oder Amazon mit Hochdruck in den Ausbau von Rechenzentren investierte.
Aus dem Börsenprospekt geht außerdem hervor, dass es künftig eine zweistufige Aktienstruktur geben soll. Durch diese soll Unternehmensgründer Musk auch nach dem Börsengang die Kontrolle über das Unternehmen behalten, was Machtkämpfe wie beim Elektroautobauer Tesla, wo Aktionäre wiederholt die Vergütung des Multimilliardärs und die Unabhängigkeit des Vorstands in Frage gestellt hatten, verhindern dürfte.
Voraussichtlich wird Musk den Plänen zufolge künftig rund 85 Prozent der Stimmrechte kontrollieren und 42 Prozent des Aktienkapitals halten. SpaceX räumt in den Unterlagen gleichwohl ein, dass diese Regelung Risiken für externe Investoren berge und Musk damit "die Macht haben wird, den Ausgang von Angelegenheiten zu kontrollieren, die der Zustimmung der Aktionäre bedürfen, einschließlich der Wahl aller unserer Vorstandsmitglieder".
Demnach bleibt Musk außerdem auch nach dem für den kommenden Monat erwarteten Börsengang an der Technologiebörse Nasdaq, bei dem SpaceX US-Medienberichten zufolge unter dem Kürzel SPCX rund 75 Milliarden Dollar einsammeln und eine Bewertung von bis zu 1,75 Billionen Dollar erreichen will, weiterhin Vorstandschef von SpaceX - ebenso wie Technikchef und Verwaltungsratsvorsitzender.
Im Börsenprospekt skizziert wird zudem der ehrgeizige Fahrplan für den Bau von Rechenzentren im Weltraum - eine Strategie, die SpaceX für "die einzige wirklich skalierbare Lösung" hält, um dank in der Erdumlaufbahn gewonnener Sonnenenergie den rasant steigenden Strombedarf für KI zu decken. Bereits 2028 soll demnach mit dem Einsatz entsprechender Satelliten begonnen werden, um langfristig 100 Gigawatt Rechenkapazität pro Jahr in die Umlaufbahn zu bringen - eine Aufgabe, die tausende Raketenstarts pro Jahr und den Transport von rund einer Million Tonnen Nutzlast in den Orbit erforderlich machen würde.
SpaceX sieht sich hierbei als einziges Unternehmen in der Position, diese "unglaublich schwierige" Herausforderung in kommerziellem Maßstab bewältigen zu können. Außerdem beziffert das Unternehmen, das den Raumfahrtmarkt aktuell mit seinen wiederverwendbaren Raketen dominiert und lukrative Verträge mit der US-Raumfahrtagentur Nasa abgeschlossen hat, das gesamte Umsatzpotenzial mit einer schwindelerregenden Zahl: Auf 28,5 Billionen Dollar (rund 24,5 Billionen Euro) wird der sogenannte "Total Addressable Market" geschätzt, also das maximale Umsatzpotenzial für die Produkte und Dienstleistungen des Konzerns - ohne Berücksichtigung der Märkte in Russland und China.
Ebenfalls mit Spannung erwartet wird nun der für Donnerstagabend angekündigte Start einer neuen Version der riesigen Starship-Rakete des Konzerns im US-Bundesstaat Texas - sie gilt als Schlüsselelement nicht nur für die ehrgeizigen Pläne von SpaceX, sondern auch für die Bestrebungen der Nasa, erstmals seit Jahrzehnten wieder Menschen zum Mond bringen.
A.Ruiz--AT