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Vergewaltigungsurteil: Vier Jahre Haft für Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit
Harter Schlag für Norwegens schwerkranke Kronprinzessin Mette-Marit: Ihr Sohn Marius Borg Hoiby ist wegen Vergewaltigung und anderer Vergehen zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden. Ein Gericht in Oslo befand den 29-Jährigen am Montag wegen zwei der vier ihm zur Last gelegten Vergewaltigungen und anderer Vergehen schuldig. Hoibys Verteidiger kündigten Berufung gegen die Verurteilung wegen Vergewaltigung sowie wiederholter Gewalt gegen eine seiner früheren Freundinnen an.
Wegen nicht näher bezeichneter gesundheitlicher Beschwerden war Hoiby bei der Urteilsverlesung nicht persönlich anwesend, sondern per Videoschalte aus dem Gefängnis zugeschaltet. Er wurde in insgesamt 34 der 40 Anklagepunkte schuldig gesprochen, darunter auch Drogen- und Verkehrsdelikte. Auf der Bank der Zivilklägerinnen brach eines der Vergewaltigungsopfer nach dem Schuldspruch in Tränen aus.
Das Urteil trifft Hoiby und seine Mutter in einer schwierigen Zeit: Mette-Marit, bei der 2018 eine seltene Form der unheilbaren Krankheit Lungenfibrose diagnostiziert worden war, wartet derzeit auf eine Spender-Lunge. Der Gesundheitszustand der 52-Jährigen hatte sich jüngst deutlich verschlechtert. Hoibys Verteidiger waren dennoch mit dem Antrag gescheitert, seinen Mandanten vor der Urteilsverkündung aus der Untersuchungshaft zu entlassen.
Hoiby hatte vom 3. Februar bis zum 19. März wegen 40 Anklagepunkten vor Gericht gestanden, unter anderem wegen der Vergewaltigung von vier Frauen in den Jahren 2018 bis 2024, die zum Tatzeitpunkt schliefen oder bewusstlos waren. Vor den Vergewaltigungen hatte Hoiby Alkohol und Drogen konsumiert. Den Taten waren jeweils einvernehmliche sexuelle Kontakte vorausgegangen.
Eine der Vergewaltigungen, derentwegen Hoiby nun verurteilt wurde, hatte er nach Angaben des Gerichts 2018 in Skaugum, der Residenz des norwegischen Kronprinzenpaars, begangen. Zudem wurde dem 29-Jährigen zur Last gelegt, mehrere Ex-Freundinnen körperlich und psychisch misshandelt zu haben.
Die Influencerin Nora Haukland schilderte vor Gericht, Hoiby habe in seiner früheren Beziehung zu ihr eine "Schreckensherrschaft" mit körperlicher und psychischer Gewalt ausgeübt. Hoiby räumte in dem Prozess ein, dass er aus Eifersucht manchmal den Kopf verliere.
Die Staatsanwaltschaft hatte sieben Jahre und sieben Monate Haft für Hoiby gefordert. Seine Verteidiger verlangten dagegen Freispruch bei den am schwersten wiegenden Anklagepunkten. Sie sprachen sich für eine Strafe von nur anderthalb Jahren Haft für die weniger schweren Straftaten aus. Hoiby hatte in dem Prozess den Transport von 3,5 Kilogramm Marihuana sowie körperliche Übergriffe und Drohungen eingeräumt.
Nach einem Besuch bei Hoiby im Gefängnis kündigte sein Anwaltsteam am Montag an, gegen dessen Verurteilung wegen Vergewaltigung und Gewalt gegen eine seiner Ex-Freundinnen in Berufung zu gehen. Staatsanwalt Sturla Henriksbö bezeichnete das Urteil hingegen als "lang und ernst", aber "der Schwere der Vergehen angemessen". Das Urteil sei "ein Sieg für unser Rechtssystem, das zeigt, das niemand über dem Gesetz steht, egal wer man ist und zu welcher Familie man gehört", sagte der Staatsanwalt der Nachrichtenagentur AFP.
Hoiby ist Mette-Marits Sohn aus einer früheren Beziehung vor ihrer Hochzeit mit Kronprinz Haakon im Jahr 2001. Der Junge war damals vier Jahre alt. Dem Königshaus gehört Hoiby nicht formell an. Einem geregelten Beruf geht der 29-Jährige nicht nach. Norwegischen Medien zufolge fiel er hingegen wiederholt durch Kontakte zu kriminellen Kreisen auf.
"Ich bin hauptsächlich als der Sohn meiner Mutter bekannt, für nichts anderes", hatte Hoiby am zweiten Tag seines Prozesses gesagt. "Deshalb hatte ich ein extrem großes Bedürfnis nach Anerkennung. Mein ganzes Leben lang. Und das hat sich in viel Sex, viel Drogen und viel Alkohol niedergeschlagen."
Mette-Marit geriet in den vergangenen Monaten nicht nur wegen ihres ältesten Sohnes und ihrer Krankheit in die Schlagzeilen, sondern auch wegen ihrer jahrelangen Freundschaft mit dem inzwischen verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Dies brachte auch das norwegische Königshaus unter Druck.
T.Perez--AT