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IW-Studie: Bis 2036 fehlen 4,3 Millionen Arbeitskräfte in Deutschland
Der Renteneintritt der sogenannten Babyboomer trifft den deutschen Arbeitsmarkt laut einer Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) stärker als bislang befürchtet. Bis 2036 schrumpfe die Erwerbsbevölkerung um rund 4,3 Millionen Arbeitskräfte, erklärte das IW am Montag. Vor zwei Jahren hatte das Institut noch mit einer Lücke von drei Millionen gesehen. Grund für die neue Prognose ist demnach, dass die Bevölkerung hierzulande früher schrumpft.
Im Jahr 2024 rechnete das IW nach eigenen Angaben noch mit einem Wachstum Deutschlands auf 85 Millionen Einwohner bis 2040. Doch inzwischen schrumpfe die Bevölkerung, erläuterte das Institut: 2025 ging sie erstmals seit vielen Jahren zurück, und zwar um 100.000 Menschen. Bis 2040 werde sie demnach auf unter 82 Millionen sinken. Laut IW sterben weit mehr Menschen als geboren werden, das Defizit betrug zuletzt 350.000 im Jahr. Bislang glich die Zuwanderung dies aus. Allerdings habe die Zahl der Zuzüge stark nachgelassen.
Zu den geburtenstarken Jahrgängen 1954 bis 1969 - den Babyboomern - zählen laut IW fast 20 Millionen Menschen. Fünf Millionen von ihnen sind bereits heute älter als 67 Jahre, der Rest erreiche bis 2036 das Rentenalter. Im Schnitt seien das rund 1,3 Millionen Menschen pro Jahr. Nachrücken würden jährlich aber nur etwa 800.000. Dem Arbeitsmarkt gingen so Jahr für Jahr rund eine halbe Million potenzielle Arbeitskräfte verloren. Bis 2036 sinke das Erwerbspersonenpotenzial dadurch um etwa sieben Prozent auf rund 51 Millionen Menschen.
"Deutschland steht nicht vor dem demografischen Wandel, sondern befindet sich bereits mittendrin", erklärte IW-Experte Holger Schäfer. "Schon in wenigen Jahren fehlen der Wirtschaft die Arbeitskräfte, um Wohlstand zu erarbeiten und den Sozialstaat in seiner heutigen Form zu tragen." Im Kern gibt es laut Schäfer zwei Hebel: Mehr Menschen müssten länger arbeiten. Zudem müsse es leichter für die Unternehmen werden, qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland zu gewinnen.
N.Mitchell--AT