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Italienische Unicredit legt Angebot für Übernahme von Commerzbank vor
Im Ringen um eine Übernahme der Commerzbank hat die italienische Großbank Unicredit offiziell ein freiwilliges Übernahmeangebot für das Frankfurter Geldinstitut vorgelegt. Die Mailänder Bank bietet den Aktionären einen Umtausch von 0,485 Unicredit-Aktien pro Commerzbank-Papier, wie sie am Dienstag bestätigte. Das Angebot besteht demnach für sechs Wochen, bis zum 16. Juni.
Die Anteilseigner der Unicredit hatten dafür am Montag grünes Licht gegeben. Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung in Mailand stimmte eine große Mehrheit für eine Kapitalerhöhung von bis zu 6,7 Milliarden Euro durch die Ausgabe neuer Aktien. Diese Aktien will die Unicredit den Commerzbank-Aktionären zum Tausch anbieten.
Das nun offiziell unterbreitete Angebot gilt als wenig attraktiv. Die Unicredit hofft nach eigenen Angaben aber darauf, zumindest die Schwelle von 30 Prozent Anteilen an der Commerzbank zu überschreiten. Bislang halten die Italiener rund 25 Prozent.
Die Commerzbank erklärte am Dienstag, sie nehme das Angebot "zur Kenntnis". Sie verwies darauf, dass dieses auf Basis des Unicredit-Schlusskurses von 64,06 Euro vom 4. Mai einem Preis von rund 31,07 Euro je Aktie entspreche. Damit komme der Angebotspreis "einem Abschlag von 8,7 Prozent auf den Commerzbank-Schlusskurs des Vortages von 34,02 Euro" gleich, rechnete das Geldhaus vor.
Die Commerzbank-Führung und ihre Beschäftigten sowie auch die Bundesregierung haben sich seit dem ersten Einstieg der Unicredit gegen die Übernahme-Pläne ausgesprochen.
Unicredit-Chef Andrea Orcel zeigte sich hingegen optimistisch. Die 30-Prozent-Marke würde bereits "deutlich" überschritten, sollten die Anleger, die beide Aktien besitzen, das Umtauschangebot annehmen, sagte er. Sollte es der italienischen Bank nicht gelingen, sofort die Kontrolle über die Frankfurter Bank zu übernehmen, "funktioniert der Status quo auch sehr gut", sagte Orcel weiter. Allein die Einleitung des Übernahmeangebots "spornt die Commerzbank zu Verbesserungen an", wovon auch die Unicredit-Aktionäre profitieren würden.
"Es wird Zeit brauchen, aber mit viel Geduld und wenn wir den richtigen Weg einschlagen, werden wir es sicher schaffen", betonte der Italiener. Die Unicredit war Ende 2024 in großem Stil bei der Commerzbank eingestiegen und hat ihre Anteile seitdem weiter erhöht.
Orcel hob derweil die guten Ergebnisse seiner Bank hervor. "Diese Ergebnisse zeigen, dass eine gut geführte und diversifizierte Bank über den gesamten makroökonomischen Zyklus hinweg hervorragende Renditen erzielen und gleichzeitig in ihre Zukunft investieren kann", erklärte er.
Für das erste Quartal verbuchte die Unicredit ein deutliches Gewinnplus. Der Nettogewinn legte im Vergleich zum Vorjahresquartal um 16,1 Prozent auf 3,2 Millionen Euro zu. Der Umsatz stieg den Angaben nach um 4,9 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro.
Im April hatte sich der Ton im Streit um eine mögliche Übernahme deutlich verschärft, die Commerzbank warf den Italienern eine "anhaltend feindliche Taktik und irreführende Darstellung" vor.
Unicredit-Chef Andrea Orcel hatte zuvor den Strategieplan der Commerzbank kritisiert und den Aktionären bessere Aussichten im Fall einer Übernahme in Aussicht gestellt. Die Frankfurter Bank setzt auf eine Anhebung ihrer Finanzziele, um ihre Aktionäre davon zu überzeugen, dass sie mit einer weiterhin eigenständigen Commerzbank besser fahren.
O.Brown--AT