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Japans Zentralbank hebt erstmals seit 17 Jahren wieder den Leitzins an
Japans Zentralbank hebt erstmals seit 17 Jahren wieder den Leitzins an. Er liegt künftig zwischen null und 0,1 Prozent, wie die Bank of Japan am Dienstag mitteilte. Zuvor lag der Leitzins seit 2016 im Minusbereich, zuletzt lag die Spanne bei minus 0,1 bis null Prozent. Japans Notenbank folgt mit der Anhebung nun den anderen großen Zentralbanken weltweit.
Die Bank of Japan erklärte, sie reagiere mit der Zinsanhebung auf die "positive" Entwicklung von Löhnen und Inflation. Ihr Ziel einer Inflationsrate von 2,0 Prozent werde "auf nachhaltige und stabile Weise" in absehbarer Zeit erreicht. Die Gewerkschaften in Japan haben für dieses Jahr die höchste Gehaltssteigerung seit mehr als 30 Jahren herausgehandelt, die Löhne steigen im Schnitt um 5,28 Prozent.
Die höheren Zinsen verteuern Kredite für Unternehmen und Verbraucher; auch der Staat muss mehr für seine Schulden zahlen, die bei 260 Prozent des Bruttoinlandsprodukts liegen und damit weltweit mit am höchsten.
Ziel der langen Negativzinsphase und anderer Maßnahmen war es gewesen, die Konjunktur anzuschieben. Die japanische Währung hat diese Geldpolitik geschwächt - gut für Exportunternehmen, aber schlecht für Verbraucher, weil sie Importe verteuert. In Japan war, wie in vielen Ländern weltweit, die Inflation als Folge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ab 2022 stark gestiegen.
K.Hill--AT