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Exportflaute setzt sich im Oktober fort - Abkühlung in EU belastet Nachfrage
Die deutsche Exportflaute hat sich im Oktober fortgesetzt. Verglichen mit September sanken die Ausfuhren um 0,2 Prozent, im Vorjahresvergleich stand ein sattes Minus von 8,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag mitteilte. Dabei belastet insbesondere die wirtschaftliche Abkühlung in der EU die Nachfrage nach deutschen Produkten: In EU-Staaten wurde 2,7 Prozent weniger exportiert als im September, die Ausfuhren in die Drittstaaten nahmen hingegen zu.
Geopolitische Risiken sowie eine schwach laufende Weltkonjunktur belasteten die deutsche Exportwirtschaft weiter, nachdem die Ausfuhren schon in den ersten drei Quartalen rückläufig waren, erklärte der Außenwirtschaftschef der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Volker Treier zu den Zahlen. Zudem schwäche die "enorme Bürokratie- und Kostenbelastung hierzulande" die Position der deutschen Außenwirtschaft im internationalen Wettbewerb.
Im europäischen Binnenmarkt sowie im In- und Ausland fehlten die Impulse "für die eigentlich notwendige kräftige Belebung des Geschäfts", befand auch der Außenhandelsverband BGA. Inflation und Ukraine-Krieg seien "stark dämpfende Belastungen" und auch die Diskussion um wettbewerbsfähige Standortbedingungen sei "ungeeignet", um bei Händlern und Investoren Zuversicht zu stiften.
Die deutschen Ausfuhren hatten im Oktober einen Wert von 126,4 Milliarden Euro. Die Importe umfassten 108,6 Milliarden Euro und gingen damit der ersten Schätzung der Statistiker zufolge im Monatsvergleich um 1,2 Prozent zurück. Im Vergleich zum Oktober 2022 brachen die Einfuhren um 16,3 Prozent ein. Der Exportüberschuss betrug damit 17,8 Milliarden Euro.
Mehr als die Hälfte des Außenhandels betreibt Deutschland mit den anderen Mitgliedstaaten der EU. Im Oktober gingen deutsche Waren im Wert von 67,9 Milliarden Euro in diese 26 Länder - gegenüber September war das ein Minus von 2,7 Prozent. Die EU-Einfuhren beliefen sich auf 56,9 Milliarden Euro (minus 2,8 Prozent).
Die Exporte in Drittstaaten nahmen hingegen zu. Die USA, wichtigstes einzelnes Abnehmerland deutscher Produkte, importierten Waren im Wert von 13,5 Milliarden Euro - 5,7 Prozent mehr als im September. Die Exporte nach China stiegen nach einem starken Rückgang im September wieder leicht an, um 1,5 Prozent auf 7,9 Milliarden Euro. Die Exporte nach Großbritannien stiegen um 5,6 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro.
Die meisten Importe kamen im Oktober erneut aus China: Von dort gab es Einfuhren im Wert von 12,7 Milliarden Euro, das war ein Minus von 2,4 Prozent. Die Importe aus den USA stiegen um 2,2 Prozent, die Einfuhren aus Großbritannien sanken hingegen deutlich um 15,1 Prozent.
Auch der Handel mit Russland ging angesichts des Kriegs gegen die Ukraine weiter zurück. Exportiert wurden im Oktober Waren im Wert von nur noch 0,6 Milliarden Euro - das war ein Minus im Monatsvergleich um 5,0 Prozent und im Jahresvergleich um 40,5 Prozent. Importiert wurden Waren im Wert von 0,2 Milliarden Euro, das waren zwar 6,6 Prozent mehr als im September, aber 88,5 Prozent weniger als im Oktober vergangenen Jahres.
Ch.Campbell--AT