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Hoch verschuldeter chinesischer Immobilienkonzern verschiebt Gläubigerabstimmung
Der in finanziellen Schwierigkeiten steckende und hoch verschuldete chinesische Immobilienkonzern Country Garden hat die Frist für eine Abstimmung seiner Gläubiger über einen Zahlungsaufschub verschoben. Die Entscheidung soll nun erst bis kommenden Donnerstag fallen, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg am Freitag unter Verweis auf bei der Shanghaier Börse eingereichte Dokumente berichtete.
Country Garden ist einer der wichtigsten Baukonzerne Chinas und hat umgerechnet mehr als 140 Milliarden Euro Schulden angehäuft. Für zwei Anleihen wurden in diesem Monat Zinszahlungen fällig, die der Konzern nicht bedienen konnte. Eine Schonfrist für die Zahlung läuft Anfang September aus - Country Garden droht die Zahlungsunfähigkeit mit spürbaren Folgen für Chinas Wirtschaft und darüber hinaus.
Außerdem wird in zehn Tagen eine weitere Zahlung in Höhe von 3,9 Milliarden Yuan (500 Millionen Euro) fällig. Für diese Anleihe beantragte Country Garden bei den Gläubigern einen Zahlungsaufschub bis 2026. Die Entscheidung sollte in einer Online-Abstimmung bis Freitagabend um 22.00 Uhr Pekinger Zeit (16.00 Uhr MESZ) fallen. Die Frist wurde nun verschoben. Sollten sich die Gläubiger weigern, droht auch dadurch die offizielle Zahlungsunfähigkeit.
Country Garden ist eines der wichtigsten Bauunternehmen des Landes und beschäftigt zehntausende Menschen. Das "Forbes"-Magazin führt den Konzern unter den 500 größten Unternehmen weltweit. Country-Garden-Chefin Yang Huiyan war bis vor kurzem die reichste Frau Asiens, das Unternehmen galt trotz der Probleme der Branche lange als finanziell stabil.
Der Bausektor in China hatte seit Ende der 90er Jahre einen Boom verzeichnet, doch viele Unternehmer verschuldeten sich immer mehr. 2020 erließen die Behörden Maßnahmen, um die Überschuldung zu stoppen. Seitdem schaffen es große Bauträger häufig nicht, Projekte fertigzustellen.
F.Wilson--AT