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Mindestens sieben Hitzetote in Frankreich und Spanien
Die außergewöhnlich frühe und massive Hitzewelle ebbt zumindest in Südeuropa leicht ab - zugleich werden aber ihre dramatischen Auswirkungen bekannt: In Frankreich und Spanien sind mindestens sieben Menschen im Zusammenhang mit den hohen Temperaturen gestorben, wie die Behörden am Mittwoch mitteilten. Unter ihnen war ein zwei Jahre altes Kind, das die Eltern in der spanischen Region Katalonien mehrere Stunden allein im Auto in der prallen Sonne zurückgelassen hatten.
In Frankreich seien zwei Menschen nach Schwächeanfällen in Folge der Hitze gestorben, sagte Umweltministerin Agnès Pannier-Runacher dem Sender BFM. Die Feuerwehr habe sich zudem um mehr als 300 Notfälle gekümmert.
Zu dem in Katalonien gestorbenen Kleinkind nahm die spanische Justiz am Mittwoch Ermittlungen auf, um die genauen Umstände des Todes zu klären. Ebenfalls in Katalonien fand die Feuerwehr in der Nacht zum Mittwoch die Leichen zweier Menschen im Gebiet eines Waldbrandes, bei dem 1800 Hektar Vegetation in Flammen aufgingen. Nach Angaben der Feuerwehr waren sie von den Flammen eingeschlossen worden, nachdem sie vergeblich versucht hatten, im Auto zu fliehen.
Die Behörden riefen etwa 14.000 Menschen in der Region auf, wegen der Waldbrände ihre Häuser nicht zu verlassen. "Die Brände von heute sind nicht wie die früheren", sagte Regionalpräsident Salvador Illa. "Es sind äußerst gefährliche Brände, die sehr ernst genommen werden müssen."
Wie die spanischen Behörden weiter mitteilten, starben bereits am Samstag zwei Menschen in Cordoba und in Barcelona vermutlich an den Folgen eines Hitzeschlags. Umweltministerin Sara Aagesen rief die Bevölkerung zu "höchster Vorsicht" auf. Mit Blick auf die Waldbrände sei mit einem "sehr problematischen" Sommer zu rechnen.
Nach Angaben der Wetterbehörde erlebte Spanien den heißesten Juni seit Beginn der Aufzeichnungen. Am Samstag waren in Huelva im Süden des Landes 46 Grad gemessen worden, eine neue Höchsttemperatur für den Monat Juni.
Bis zu einer umfassenden Bilanz der Hitzetoten dürften mehrere Monate vergehen. Die bislang schlimmsten Hitzewellen in den Jahren 2003 und 2022 führten nach Einschätzung von Experten in Europa zum vorzeitigen Tod von 70.000 beziehungsweise 62.000 Menschen.
In Frankreich galt in vier Départements im Landesinneren am Mittwoch weiter die höchste Hitzewarnstufe. Das extreme Wetter löste eine politische Debatte über die Ausstattung der Schulen aus, die in vielen Fällen nicht auf solche hohen Temperaturen vorbereitet sind. Am Dienstag hatten in Frankreich etwa 2000 Schulen landesweit geschlossen, manche Lehrer unterrichteten ihre Klassen auf dem Schulhof.
Die rechtspopulistische Partei Rassemblement National (RN) forderte, öffentliche Einrichtungen landesweit mit Klimaanlagen auszustatten. Die Grünen warfen dem RN vor, die Ursachen des extremen Wetter zu übersehen und nichts gegen den Klimawandel unternehmen zu wollen.
Der Juni war der zweitheißeste in Frankreich seit Beginn der Aufzeichnungen. Der Wetterdienst rechnete am späten Mittwochabend und am Donnerstag mit starken Gewittern im Osten des Landes. In den Alpen hatten Unwetter in Folge der Hitze am Montag zu Schlammlawinen geführt, die unter anderem die Bahnstrecke von Paris nach Mailand lahmlegten. Diese bleibt noch bis mindestens Mitte Juli geschlossen.
In Belgien sollte wegen der Hitze am Mittwochnachmittag erneut das Atomium geschlossen bleiben. Die Niederlande meldeten die erste "tropische" Nacht des Jahres, in der die Temperaturen nicht unter 20 Grad gesunken sind. Ein spanischer Fernsehsender zeigte derweil, dass sich in Sevilla ein Ei kochen ließ, in dem der Topf direkt auf die Straße gestellt wurde.
Nach Einschätzung der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) ist die derzeitige Hitzewelle nur ein Vorbote künftiger Wetterereignisse. "Durch den vom Menschen verursachten Klimawandel werden extreme Hitzewellen häufiger und intensiver. Damit müssen wir lernen zu leben", sagte WMO-Sprecherin Clare Nullis in Genf.
A.Moore--AT