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Vierter im Bergzeitfahren: Lipowitz weiter auf Podiumskurs
Florian Lipowitz pustete einmal tief durch und freute sich dann über seine nächste Glanzleistung. Der deutsche Hoffnungsträger hat sich beim beinharten Bergzeitfahren in den Pyrenäen erneut als heißer Anwärter auf das Podium der Tour de France präsentiert. Beim Sieg des Dominators Tadej Pogacar kämpfte sich der Ulmer aus dem Team Red Bull-Bora-hansgrohe auf einen starken vierten Rang.
Am Tag nach seinem spektakulären Durchbruch im Hochgebirge wurde Lipowitz nur von Pogacar, Jonas Vingegaard und seinem Teamkollegen Primoz Roglic geschlagen. Er brauchte beim knapp elf km langen Kampf gegen die Uhr hinauf nach Peyragudes auf der 13. Etappe 1:56 Minuten länger als der Tagessieger. Im Gesamtklassement beträgt der Rückstand des viertplatzierten Lipowitz auf Remco Evenepoel auf Rang drei nur noch sechs Sekunden. "Ich könnte nicht glücklicher sein", sagte er im Ziel.
Pogacar, der mit seinem Meisterstück am Vortag zurück ins Gelbe Trikot geflogen war, machte auf der gnadenlosen Jagd nach seinem vierten Toursieg dort weiter, wo er zuvor aufgehört hatte. Bereits bei der ersten Zwischenzeit lag er in Führung und ließ sie sich nicht mehr nehmen. Er distanzierte Vingegaard erneut um 36 Sekunden.
Der dänische Herausforderer setzte rund 24 Stunden nach seiner krachenden Niederlage vom Donnerstag, als er von Pogacar mehr als zwei Minuten aufgebrummt bekommen hatte, anders als sein großer Rivale auf eine Zeitfahrmaschine. Trotz guter Leistung reichte es gegen Pogacar nicht. In der Gesamtwertung liegt er als Zweiter nun schon 4:07 Minuten hinter dem Slowenen.
Doppelolympiasieger Evenepoel, der Sieger des flacheren ersten Tourzeitfahrens auf der fünften Etappe, war wie Vingegaard auf einem Zeitfahrrad unterwegs. Lipowitz' möglicher Konkurrent im Kampf ums Podium in Paris startete gut, büßte dann aber im steilen Stück ordentlich Zeit ein. Er wurde am Ende gar von Vingegaard überholt und verpasste eine Top-10-Platzierung.
Bereits um 13:10 Uhr war mit dem Franzosen Mattéo Vercher der erste der 171 verbliebenen Fahrer in Loudenvielle von der Rampe gerollt. Bei flimmernder Hitze von bis zu 36 Grad im Tal ließen es einige etwas gemächlicher angehen. Nicht so der Australier Lucas Plapp (Jayco AlUla), der nach einem starken Auftritt lange auf dem Hot Seat des Führenden Platz nehmen durfte.
Ein Großteil der Fahrer verzichtete auf spezielle Zeitfahrmaschinen und setzte im alpinen Gelände auf Straßenräder. So hielt es auch der deutsche Zeitfahrmeister Maximilian Schachmann, der auf dem unrhythmischen Kurs dosiert fuhr. Er erreichte die Ziellinie auf der berühmten Landebahn des Berg-Flughafens Peyragudes, bekannt aus dem James Bond-Film "Der Morgen stirbt nie", nach 27:37 Minuten mit rund zweieinhalb Minuten Rückstand auf Plapp.
Auch Emanuel Buchmann (Cofidis) schien sich die Kräfte für mögliche Etappenerfolge in den kommenden Tagen aufzusparen. Am Donnerstag, als Lipowitz als überragender Tagesdritter nur von Pogacar und Vingegaard in Schach gehalten worden war, hatte der Tour-Vierte von 2019 enttäuscht und endgültig den Anschluss an die Top 10 verloren.
Zum Ausruhen bleibt vor dem dritten und anspruchsvollsten Teil der Pyrenäen-Trilogie am Samstag keine Zeit. Auf 182,6 km von Pau nach Luchon-Superbagnères müssen die Fahrer mehr als 5000 Höhenmeter überwinden, zwischenzeitlich geht es über den legendären Col du Tourmalet. Der Kampf um den Toursieg und ums Podium dürfte auf diesem gnadenlosen Terrain erneut entbrennen.
N.Mitchell--AT