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"One Love"-Binde: FIFA will Lösung für Frauen-WM
Der Fußball-Weltverband FIFA will mit Blick auf die Frauen-WM in Australien und Neuseeland (20. Juli bis 20. August) eine Lösung für das mögliche Tragen der "One Love"-Binde der Kapitäninnen finden. Dies deutete FIFA-Präsident Gianni Infantino am Rande der IFAB-Sitzung am Samstag in London an.
"Wir befinden uns im Lernprozess", sagte der umstrittene Schweizer Verbandschef laut BBC, "wir wollen es diesmal besser machen und suchen nach einem Dialog mit allen, die beteiligt sind - mit den Kapitäninnen, den Verbänden und den Spielerinnen."
Bei der Männer-WM im vergangenen Winter in Katar war die Kapitänsbinde das Aufregerthema. Manuel Neuer, Torwart und Spielführer der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), trug die "One Love"-Binde im Auftaktspiel gegen Japan nicht. Die FIFA hatte sich unter der Androhung drastischer Strafen gegen die europäischen Verbände durchgesetzt.
Infantino versucht, den Spagat zu schaffen: Einerseits "die unterschiedlichen Empfindlichkeiten erfassen" und schauen, "was getan werden kann, um eine Position, einen Wert oder ein Gefühl, das jemand hat, positiv auszudrücken, ohne andere zu verletzen. Wir werden rechtzeitig vor der Frauen-WM eine Lösung haben", betonte der Eidgenosse.
DFB-Präsident Bernd Neuendorf hatte im Nachgang der WM Fehler eingeräumt. Man hätte, so Neuendorf, "den direkten Draht zu Gianni Infantino suchen und ihn nach der Haltung der FIFA fragen müssen". Dies geschah nicht, der Wirbel überlagerte den Turnierstart. "Ich glaube, dass ich heute deutlich vor einem Turnier für Klarheit sorgen würde", sagte Neuendorf.
Der DFB-Boss hatte zuletzt vor dem Sportausschuss des Deutschen Bundestags dem Eindruck widersprochen, das Scheitern in der WM-Vorrunde auch aufgrund der 1:2-Niederlage gegen Japan im Auftaktspiel sei der Debatte um die "One Love"-Binde anzulasten. "Sportliche" Themen seien vielmehr ausschlaggebend gewesen.
"Ich kann mir nicht vorstellen, dass in der 70. Minute jemand gesagt hat: Oh, wir haben ja eine Binden-Debatte und das belastet uns so stark!", sagte Neuendorf vergangene Woche in Berlin mit Blick auf den Einbruch gegen Japan. Er habe "nicht den Eindruck" gehabt, dass die Mannschaft um Neuer "massiv unter Druck stand" wegen des FIFA-Verbots der Binde.
R.Chavez--AT