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Nordkorea feuert offenbar Interkontinentalrakete ab
Nordkorea hat nach südkoreanischen Angaben offenbar eine Interkontinentalrakete abgefeuert. Die mutmaßliche Langstreckenrakete sei am Freitagmorgen (Ortszeit) von der Region Sunan aus in Richtung Meer abgefeuert worden, teilte der südkoreanische Generalstab mit. Nach japanischen Angaben ging das Geschoss westlich von Hokkaido in der ausschließlichen Wirtschaftszone Japans ins Meer nieder.
Japans Regierungschef Fumio Kishida verurteilte den Raketenstart als "absolut unverantwortlich". Tokio habe bei der Regierung in Pjöngjang Protest eingelegt. Nordkorea wiederhole "provokante Aktionen in noch nie dagewesener Häufigkeit", erklärte Kishida.
Erst am Vortag hatte Nordkorea erneut eine Kurzstreckenrakete abgefeuert. Pjöngjang hatte zuvor mit einer "heftigeren" militärischen Antwort auf Sicherheitsbestrebungen der USA und ihrer Verbündeten in der Region gedroht. US-Ankündigungen einer "verstärkten militärischen Abschreckung" auf der koreanischen Halbinsel seien eine "Dummheit", sagte Nordkoreas Außenministerin Choe Son Hui. Je mehr Washington seine Sicherheitspartnerschaft mit Tokio und Seoul ausbaue, "desto heftiger wird die militärische Gegenaktion" Nordkoreas sein, betonte Choe.
Nordkorea hatte seine Raketentests zuletzt in Reaktion auf gemeinsame Militärübungen von Südkorea und den USA intensiviert. Anfang des Monat feuerte Pjöngjang an einem Tag mehr als 20 Raketen ab - mehr als im gesamten Jahr 2017, als sich Machthaber Kim Jong Un mit dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump einen Schlagabtausch im Online-Netzwerk Twitter und in anderen Medien lieferte. Zudem heizte Nordkorea die Spannungen in der Region in den vergangenen Wochen unter anderem mit Artillerie-Sperrfeuer weiter an.
Washington und Seoul warnen seit Monaten davor, dass Nordkorea in naher Zukunft einen Atomwaffentest ausführen könnte. Es wäre der erste solche Test seit 2017. Insgesamt hat Nordkorea seit 2006 sechs Atomwaffentests vorgenommen.
K.Hill--AT