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Drei Flüchtlinge springen in italienischem Hafen von Rettungsschiff ins Meer
Drei auf einem Rettungsschiff gestrandete Flüchtlinge sind am Montag im Hafen von Catania auf Sizilien ins Meer gesprungen. Die Männer seien schnell aus dem Wasser gezogen worden, teilte die NGO Ärzte ohne Grenzen mit, die das Schiff "Geo Barents" betreibt. Einer der drei Männer hatte offenbar versucht, die beiden anderen Männer nach ihrem Sprung ins Meer zu retten.
Die "Geo Barents" war am Sonntag in den Hafen von Catania eingelaufen. Die italienischen Behörden erlaubten 357 Migranten, unter ihnen Kinder, das Schiff zu verlassen, während 215 weitere an Bord bleiben mussten. Einer von ihnen wurde später mit akuten Bauchschmerzen in ein Krankenhaus gebracht.
Viele der an Bord ausharrenden Menschen leiden nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen an "infektiösen Hautkrankheiten" und unter großem psychologischen Stress. Die Möglichkeiten zur Behandlung von erkrankten Migranten auf dem Schiff seien begrenzt.
Im Hafen von Catania liegt auch das unter deutscher Flagge fahrende Rettungsschiff "Humanity 1" vor Anker. Am Sonntag hatten 144 Minderjährige und Kranke die Erlaubnis erhalten, an Land zu gehen. 35 Männer mussten nach Angaben der Seenotrettungsorganisation SOS Humanity aber an Bord bleiben. Die Betroffenen seien als gesund eingeschätzt worden. Bei der Untersuchung war demnach aber kein Übersetzer anwesend, zudem sei keine psychologische Beurteilung vorgenommen worden.
SOS Humanity kündigte an, rechtliche Schritte gegen die italienische Regierung einzuleiten. "Humanity 1"-Kapitän Joachim Ebeling widersetzte sich der Aufforderung der Behörden, den Hafen zu verlassen. Alle Überlebenden hätten das Recht, in einem sicheren Hafen von Bord zu gehen, sagte Ebeling am Montag zu Journalisten. Er werde mit den Menschen an Bord nirgendwo hinfahren.
Italiens neue Regierung unter Führung der ultrarechten Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat einen restriktiven Kurs im Umgang mit Bootsflüchtlingen angekündigt. Zwei weitere Schiffe warten seit Tagen vor Italiens Küste auf die Erlaubnis, ihre Geretteten von Bord zu lassen. Einem von ihnen, der "Rise Above" der Hilfsorganisation Mission Lifeline, wurde Berichten zufolge inzwischen ein Hafen zugewiesen.
A.Williams--AT