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Allianz pro Schiene lobt 49-Euro-Ticket als "historischen Schritt"
Die Allianz pro Schiene hat die Einigung von Bund und Ländern auf ein deutschlandweit gültiges 49-Euro-Ticket im Nahverkehr als einen "historischen Schritt auf dem Weg zu einer modernen Verkehrspolitik" gelobt. Das Ticket sei "ein Riesenschritt fürs Klima und eine Richtungsentscheidung für die Verkehrswende, dass die Politik den ÖPNV nun tatsächlich leichter zugänglich, preiswerter und attraktiver machen will", sagte Geschäftsführer Dirk Flege am Donnerstag in Berlin.
"Für uns ist das ein eindeutiges Signal. Bund und Länder wollen die Verkehrswende endlich ernsthaft anpacken." Flege forderte, nun auch beim Klimaschutzsofortprogramm der Bundesregierung "Nägel mit Köpfen" zu machen. Laut einem Eckpunktepapier will die Regierung im Frühjahr 2023 den massiven CO2-Überschuss im Verkehrssektor mit weiteren Maßnahmen erneut angehen. "Aufbauend auf den jetzigen finanziellen Zusagen an die Länder muss der Bund dann nochmal nachlegen für mehr Nahverkehr. Die Regionalisierungsmittel müssen weiter erhöht werden, damit die Verkehrsunternehmen nicht nur steigende Energiepreise und Inflation ausgleichen können."
Auch der ökologische Verkehrsclub (VCD) betonte, das 49-Euro-Ticket sei nur ein "erster Schritt". Es fehle zum einen ein Sozialtarif für höchstens 30 Euro im Monat, der all jenen unbürokratisch zugute komme, die sich 49 Euro nicht leisten könnten. Außerdem fehle vielerorts das ÖPNV-Angebot, um die Verkehrswende zu schaffen: In den Städten seien Busse und Bahnen oft überfüllt, auf dem Land führen sie viel zu selten. Nötig sei eine Ausbau-Offensive.
Der VCD erklärte, 15 Milliarden Euro im Jahr seien nötig, um die neuen Tickets zu finanzieren, Energie- und Personalkosten auszugleichen und den Ausbau des Angebots auf den Weg zu bringen. "Uns ist bewusst, das ist viel Geld – aber wenn wir die Klimaziele erreichen wollen, dann müssen wir jetzt beginnen, in die Mobilität der Zukunft zu investieren." Finanzieren ließe sich dies durch den Abbau umweltschädlicher Subventionen.
Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) forderte, das 49-Euro-Ticket müsse monatlich angeboten werden und am Schalter kaufbar sein. Auch der vzbv verlangte ein bundesweites Sozialticket für 19 Euro pro Monat.
R.Chavez--AT