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Britischer Ex-Premier Johnson bewirbt sich nicht um Truss-Nachfolge
Der ehemalige britische Regierungschef Boris Johnson bewirbt sich nicht wie erwartet um die Nachfolge der scheidenden Premierministerin Liz Truss. "In den vergangenen Tagen bin ich leider zu dem Schluss gekommen, dass es einfach nicht das Richtige wäre", erklärte Johnson am Sonntagabend. "Sie können nicht effektiv regieren, wenn Sie keine geeinte Partei im Parlament haben." Favorit für die Nachfolge von Truss ist damit der frühere Finanzminister Rishi Sunak.
Die nötige Unterstützung von hundert Abgeordneten der konservativen Tories habe er aber gehabt, betonte Johnson. Nach Informationen der "Sunday Times" hatten Johnson und Sunak am Samstag drei Stunden lang versucht, "das Kriegsbeil zu begraben" und den Spielraum für eine einvernehmliche Lösung auszuloten. Sunaks offizielle Kandidatur am Sonntagvormittag deutete jedoch auf ein Scheitern des Gesprächs hin.
Tory-Chefin und Premierministerin Truss hatte am Donnerstag angesichts massiven Drucks auch aus der eigenen Partei ihren Rücktritt verkündet. Grund waren schwere Fehler in der Finanz- und Steuerpolitik, die zu heftigen Turbulenzen an den Finanzmärkten geführt hatten.
Die Bewerber um ihre Nachfolge müssen bis Montag die Unterstützung von mindestens 100 der 357 Tory-Abgeordneten vorweisen. Das heißt, höchstens drei von ihnen können tatsächlich kandidieren. Danach müssen sich die Abgeordneten entweder auf zwei Kandidaten einigen, über welche die Parteimitglieder bis kommenden Freitag abstimmen, oder sie bestimmen direkt einen Kandidaten, der in die Downing Street einzieht.
Laut der Website Guido Fawkes kam Sunak am Sonntag auf 139 Unterstützer, Johnson auf 75 und das Kabinettsmitglied Penny Mordaunt auf 27. Sie hatte als erste ihren Hut in den Ring geworfen.
Y.Baker--AT