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Tochter von kremlnahem Ideologen bei Autobomben-Anschlag in Russland getötet
Die Tochter des kremlnahen Ideologen Alexander Dugin ist bei einem Anschlag in Russland getötet worden. Wie das russische Ermittlungskomitee am Sonntag mitteilte, saß Daria Dugina am Steuer eines Autos, das am Samstagabend auf einer Autobahn bei Moskau explodiert und in Flammen aufgegangen war. Die junge Frau war demnach sofort tot. In dem Auto war nach Angaben der Ermittler ein Sprengsatz platziert worden. Das Ermittlungskomitee leitete Mordermittlungen ein.
Wie russische Medien unter Berufung auf Familienmitglieder berichteten, war wohl Duginas Vater, der als wichtiger Vordenker von Präsident Wladimir Putin gilt, das eigentliche Ziel des Anschlags. Er hatte seiner Tochter das Auto, einen Toyota Land Cruiser, demnach in letzter Minute für die Fahrt überlassen.
Der ultranationalistische Intellektuelle und Publizist, der auch mit Rechtsextremen in Europa gut vernetzt ist, wird wegen seines Einflusses auf den Kreml oft als "Putins Rasputin" oder "Putins Gehirn" bezeichnet. Dugin vertritt seit langem eine Ideologie, die die Vereinigung russischsprachiger Gebiete in einem neuen russischen Großreich anstrebt. Aus dieser Überzeugung heraus unterstützt er auch den russischen Militäreinsatz in der Ukraine.
Schon seit der Annexion der ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim 2014 steht Dugin auf der Sanktionsliste der EU. In der Ukraine sind mehrere seiner Bücher verboten.
Seine Tochter Daria hatte die russische Militäroffensive in der Ukraine ebenfalls offen unterstützt. Die 1992 geborene Journalistin war ihrerseits von britischen Sanktionen betroffen. London warf ihr vor, im Internet Falschinformationen über die Ukraine zu verbreiten.
Der Anführer der pro-russischen Separatisten in der ostukrainischen Region Donezk, Denis Puschilin, machte die Ukraine für den Anschlag auf Dugins Tochter verantwortlich. "Terroristen des ukrainischen Regimes haben versucht, Alexander Dugin zu liquidieren, aber seine Tochter in die Luft gesprengt", erklärte Puschilin im Onlinedienst Telegram.
Sollte die zuständigen Behörden diese Theorie bestätigen, "kommt das Staatsterrorismus von Seiten des Kiewer Regimes gleich", schrieb die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, auf Telegram.
Der Berater des ukrainischen Präsidenten, Mychailo Podoljak, wies die Vorwürfe zurück. "Die Ukraine hat sicherlich nichts mit der gestrigen Explosion zu tun, weil wir kein krimineller Staat sind", sagte er im Fernsehen.
B.Torres--AT