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Lage nach Angriff von Shebab-Miliz auf Hotel in Mogadischu nicht unter Kontrolle
Einen Tag nach einem Angriff der islamistischen Shebab-Miliz auf ein Hotel der somalischen Hauptstadt Mogadischu haben die Sicherheitskräfte die Lage offenbar immer noch nicht unter Kontrolle. Die Angreifer hielten sich am Samstag weiterhin in dem Hotel verschanzt, vereinzelt waren Schüsse und Explosionen zu hören. Die Zahl der zivilen Opfer stieg nach Angaben eines Vertreters der Sicherheitskräfte auf mindestens 13.
Die Angreifer hätten sich in einem der Hotelzimmer verbarrikadiert, sagte der Vertreter Mohamed Abdikadir der Nachrichtenagentur AFP. Die Sicherheitskräfte seien dabei, weitere "Terroristen zu neutralisieren". Nach Angaben Abdikadirs konnten Dutzende Menschen seit dem Angriff am Freitagabend aus dem Hotel in Sicherheit gebracht werden, darunter auch Kinder. Wie viele dort aber noch festsitzen, war unklar.
Die Shebab-Miliz hatte am Freitagabend auf einer ihr nahestehenden Website erklärt, eine Gruppe ihrer Kämpfer sei in das auch bei Politikern beliebte Hotel Hayat in Mogadischu eingedrungen. Offizielle Stellen und Augenzeugen sprachen gegenüber der Nachrichtenagentur AFP von mehreren Explosionen und Schüssen sowie anschließenden Feuergefechten zwischen Shebab-Kämpfern und Sicherheitskräften.
Wenige Minuten nach der ersten Detonation sei es vor dem Hotel zu einer zweiten Explosion gekommen, die insbesondere Sicherheitskräfte und Zivilisten getroffen habe, die zum Angriffsort geeilt waren. Laut Polizeisprecher Abdifatah Adan Hassan stammte die erste Explosion von einem Selbstmordattentäter.
Die Lage war auch am Samstag unübersichtlich. Die Sicherheitskräfte würden die Belagerung "jeden Moment" für beendet erklären, sagte Polizeivertreter Ibrahim Duale der AFP. Dagegen erklärte der Sprecher der Shebab, Abidaziz Abu-Musab, in ihrem Sender Radio Andalus, die Miliz habe das mehrstöckige Gebäude noch immer unter Kontrolle. Er sprach zudem von "schweren Verlusten" unter den Sicherheitskräften.
Nach Angaben des Leiters der größten Notfallklinik von Mogadischu, Mohamed Abdirahman Jama, wurden in seiner Einrichtung mindestens 40 Verletzte der Attacke auf das Hotel und eines weiteren Angriffs am Samstag behandelt.
Einem Behördenvertreter zufolge handelt es sich dabei um einen Granatenangriff auf den am Meer gelegenen Stadtteil Hamar Jajab. Mehrere Menschen wurden demnach schwer verletzt, darunter eine junge Braut und ihr Ehemann. Zu dem Angriff bekannte sich zunächst niemand.
Die mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündete Shebab-Miliz kämpft seit rund 15 Jahren gegen die somalische Zentralregierung. 2011 war es Streitkräften der Afrikanischen Union gelungen, die Dschihadisten aus der Hauptstadt Mogadischu zu vertreiben.
Shebab-Kämpfer kontrollieren aber weiterhin großflächige ländliche Regionen und sind in der Lage, zivile wie militärische Ziele anzugreifen. Die Attacke auf das Hayat-Hotel ist der schwerste Angriff in der somalischen Hauptstadt seit der Wahl des neuen Präsidenten Hassan Sheikh Mohamud, im Mai.
Am Mittwoch hatte die US-Regierung die Tötung von 13 Shebab-Kämpfern bei Luftangriffen im Zentrum und im Süden Somalias bekanntgegeben. Die Dschihadisten waren demnach in Kämpfe gegen die somalische Armee verwickelt. Die US-Luftwaffe hatte in den vergangenen Wochen mehrere Luftangriffe gegen die Miliz geflogen.
Im Mai hatte US-Präsident Joe Biden angekündigt, wieder Soldaten nach Somalia zu verlegen - und somit den von seinem Vorgänger Donald Trump beschlossenen Rückzug aus dem Land rückgängig gemacht.
J.Gomez--AT