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Putin und Macron für rasche IAEA-Inspektion in ukrainischem Akw Saporischschja
Vor dem Hintergrund anhaltender Angriffe auf das Gelände des ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja haben sich die Präsidenten Russlands und Frankreichs, Wladimir Putin und Emmanuel Macron, für eine rasche Inspektion durch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) ausgesprochen. In einem Telefonat miteinander am Freitag forderten Putin und Macron einer Mitteilung des Kreml zufolge, IAEA-Kontrolleure sollten das Kraftwerk "sobald wie möglich" besichtigen. Nach Berichten über russische Pläne, das Akw vom ukrainischen Stromnetz abzukoppeln, wachsen zudem die Sorgen um die Stromversorgung der Ukraine.
Moskau habe "seine Bereitschaft zur nötigen Unterstützung" für die IAEA-Inspektoren bei einem Besuch in Saporischschja erklärt, hieß es in der Mitteilung weiter. Das Telefonat zwischen Macron und Putin war der erste direkte Austausch zwischen den beiden Staatschefs seit Ende Mai.
Das französische Präsidentenbüro erklärte seinerseits, Macron habe sich in dem Gespräch für die "schnellstmögliche Entsendung" einer Expertenmission der IAEA "unter Bedingungen, denen zuvor die Ukraine und die UNO zugestimmt haben" ausgesprochen. Angaben aus Paris zufolge werden Macron und Putin sich hierüber in den kommenden Tagen erneut austauschen.
Das seit März von Russland kontrollierte Atomkraftwerk im Südosten der Ukraine ist das größte in Europa. Es wurde bereits mehrfach beschossen. Für die Angriffe machen sich Moskau und Kiew gegenseitig verantwortlich.
UN-Generalsekretär António Guterres betonte am Freitag bei einem Besuch in der ukrainischen Stadt Odessa, das Prinzip, dass der Strom aus Saporischschja ukrainisch sei, müsse "voll und ganz respektiert werden". Der ukrainische Kraftwerksbetreiber Energoatom hatte zuvor im Online-Dienst Telegram mitgeteilt, es gebe "Informationen, dass die russischen Besatzer planen, den Betrieb der Reaktoren zu stoppen und sie von den Versorgungsleitungen des ukrainischen Energiesystems abzuschneiden".
Guterres hielt sich seit Donnerstag zu einem zweitägigen Besuch in der Ukraine auf. Nach Gesprächen mit den Präsidenten der Ukraine und der Türkei, Wolodymyr Selenskyj und Recep Tayyip Erdogan, sprach Guterres auch über die Fortschritte nach den Abkommen zum Export ukrainischen Getreides, denen Kiew und Moskau im Juli zugestimmt hatten.
Guterres äußerte sich erfreut über die "begonnene Stabilisierung" auf den internationalen Agrarmärkten. Es stehe aber noch ein "langer Weg" bevor, bis sich das im Alltag der Menschen niederschlage, ob beim Bäcker oder auf Märkten. Nach wie vor seien die Lieferketten gestört und die Kosten für Energie und Transport "inakzeptabel" hoch.
Russlands Präsident Putin beklagte indes im Gespräch mit Macron "Hindernisse" für die Ausfuhr "russischer Lebensmittel und Düngemittel", die trotz der Getreideabkommen weiter bestünden. Diese Situation trage "nicht zur Lösung der Probleme bei der weltweiten Lebensmittelsicherheit bei", teilte der Kreml mit. Der Elysée-Palast wies dies zurück.
Derweil ging der russische Artilleriebeschuss in der ostukrainischen Region rund um Donezk weiter. In dem schon seit 2014 teilweise von pro-russischen Separatisten kontrollierten Gebiet starben nach Angaben des ukrainischen Gouverneurs Pawlo Kyrylenko vom Freitag mindestens fünf Menschen, zehn weitere seien verletzt worden.
Am Freitagmorgen war in Charkiw, der zweitgrößten Stadt der Ukraine, ein Mensch bei Angriffen ums Leben gekommen. Eine Schule und die Räumlichkeiten eines Unternehmens wurden beschädigt. Bei russischen Angriffen rund um Charkiw waren in den vergangenen zwei Tagen mindestens zwölf Menschen getötet worden.
Y.Baker--AT