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Kiew: Nach russischen Angriffen tausende Wohnhäuser ohne Heizung
Nach den nächtlichen russischen Angriffe auf Ziele in Kiew ist in tausenden Wohnhäusern der ukrainischen Hauptstadt die Heizung ausgefallen. Etwa 6000 Wohnblöcke seien betroffen, erklärte Bürgermeister Vitali Klitschko. In einem außergewöhnlichen Appell rief er die betroffenen Bürger auf, die Stadt nach Möglichkeit vorübergehend zu verlassen.
In Kiew herrschten am Freitag minus acht Grad und es wurde mit einem weiteren Sinken der Temperaturen gerechnet. Klitschko erklärte, diejenigen ohne Heizung, die die Möglichkeit hätten, sollten sich vorübergehend an Orte begeben, wo sie über Lebensmittel und eine Wärmequelle verfügen.
Bei den russischen Angriffen mit Raketen und Drohnen wurden in der Nacht in Kiew vier Menschen getötet und 24 weitere verletzt, wie die örtlichen Behörden mitteilten. Mehrere Geschosse schlugen in Wohngebäuden ein. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP sahen, wie Menschen in Schutzräume rannten, während Sirenen, russische Drohnen und Raketen sowie Explosionen zu hören waren.
Russland setzte nach eigenen Angaben außerdem die gefürchtete Oreschnik-Rakete in der Ukraine ein, unter anderem gegen eine Erdgas-Anlage im Westen des Landes. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte eine entschlossene Reaktion der Verbündeten seines Landes auf die erneuten russischen Angriffe. "Eine klare Reaktion der Welt ist nötig", erklärte er in Online-Netzwerken. "Vor allem von den USA, deren Signalen Russland wirklich Beachtung schenkt."
Moskau müsse "Signale erhalten, dass es seine Pflicht ist, sich auf die Diplomatie zu konzentrieren", forderte Selenskyj. Jedes Mal, wenn Russland erneut Menschen töte und Infrastruktur zerstöre, müsse es "Konsequenzen" zu spüren bekommen.
Laut Selenskyj wurden durch die erneuten Angriffe in Kiew 20 Wohnhäuser beschädigt. Eine russische Drohne habe außerdem am Gebäude der katarischen Botschaft Schaden angerichtet.
N.Mitchell--AT